Publiziert

ComputeranimationWie Technologien das Kino neu verzaubern

«Toy Story» beflügelte die Computeranimation. Seither haben sich die Tricks der Macher stetig verbessert.

von
Martina Polek

Der Film «Toy Story» kam vor 20 Jahren in die Schweizer Kinos. Damals eine Sensation: Die Spielzeugpuppen Woody und Buzz Lightyear rennen komplett vom Computer animiert über die Leinwand. Aus heutiger Sicht wirkt die Welt der Spielzeuge ziemlich grob.

Doch «Toy Story» stiess eine rasante Entwicklung der Technik an. «Jeder neue Film verlangte nach neuen Software-Tricks, damit die Ideen auch möglichst echt dargestellt werden konnten», sagt Animationsexperte Jürgen Haas von der Hochschule Luzern.

So gelang den Softwareentwicklern schon wenige Jahre nach «Toy Story» die Animation der pelzigen Wesen in «Die Monster AG». Diese überzeugten nur, weil die Programmierer die Bewegung jedes einzelnen Haares berechneten. Noch realer wirkte der rote Wuschelkopf der schottischen Heldin Merida im gleichnamigen Film. Die Macher programmierten ihr Locken, die selbst dann in ihre Form zurückspringen, wenn sie heftig durch den Wind zerzaust werden.

Auf die Protagonisten folgt der Hintergrund

Nicht nur die Animation der Hauptfiguren, sondern auch die der Umwelt verbesserte sich rasant. Dank der exakten Lichtreflexe sieht das Wasser und Eis im Superheldenfilm «Die Unglaublichen» wie echt aus. Für realistische Wolken brauchten die Entwickler hingegen ein weiteres Jahrzehnt. So lange mussten Wolken jeweils von Hand in den fertigen Film hineingezeichnet werden – erst in «Arlo & Spot» tauchen dreidimensionale Wolken auf, die auf echten Satellitendaten basieren.

Und heute? «Unsere moderne Computeranimation kennt kaum mehr Einschränkungen», sagt Haas. Technik allein mache aber noch keinen guten Film. «Schlussendlich muss vor allem die Geschichte überzeugen.»

Den ersten computeranimierten Kurzfilm produzierte Pixar schon 1988. (Video: Youtube/kevin javier radilla garduño)

In diesem Film verraten die Animationsexperten von Pixar ihre Tricks. (Video: Youtube/WIRED)

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.