Survival Media: Wie Twitter Sandy die Stirn bot
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Survival MediaWie Twitter Sandy die Stirn bot

Als Hurrikan Sandy Tod und Verwüstung nach New York City brachte, sass Emily Rahimi an ihrem Pult und brachte Hilfe und Trost – in maximal 140 Zeichen.

von
bem
Emily Rahimi: Ihr Gezwitscher war für viele «Sandy»-Opfer ein Rettungsanker.

Emily Rahimi: Ihr Gezwitscher war für viele «Sandy»-Opfer ein Rettungsanker.

Das Twitter-Konto der New Yorker Feuerwehr erwies sich für viele New Yorker als einzige Verbindung zur Aussenwelt, nachdem Sandy über die Millionenmetropole hereingebrochen war. Und Emily Rahimi, die Verantwortliche für das Konto, blieb an ihrem Pult sitzen und zwitscherte die ganze Nacht, organisierte Hilfe und spendete Trost.

«Man konnte die Panik erkennen in den Worten, die die Leute tippten», sagte Rahimi gegenüber CNN. «Sie hatten so viel Angst, dass sie sich an jedermann wandten, der ihnen allenfalls zuhören würde.» Rahimi beantwortete hunderte von Tweets, die vor allem in den ersten zwei Stunden nach Sandys Aufkommen an Land auf dem Konto der Feuerwehr eingingen.

Die Hilferufe rührten Rahimi

Als Hunderttausende gleichzeitig die Notfallnummern wählten und alle Leitungen blockiert waren, entpuppte sich das Twitter-Konto als effiziente Möglichkeit, Hilfe zu mobilisieren. «Viele Menschen kamen nicht zu den Notfall-Disponenten durch. Ich notierte, was sie uns meldeten, und rief die Disponenten an und stellte sicher, dass ein Team geschickt wurde.»

Ein Paar sei mit seinem Baby in den zweiten Stock geflohen und habe furchtbare Angst gehabt, dass das Wasser weiter steigen könnte. Diese und andere Hilferufe hätten etwas in ihr berührt, sagt Rahimi, und sie habe einfach helfen wollen, so gut sie konnte.

Als Social-Media-Manager der Feuerwehr twittert Rahimi in Notfällen jeweils Warnungen an ihre 53 000 Follower. Doch was sie am Montagabend erlebte, war noch nie vorgekommen. Sie habe sich für einen betriebsamen Abend eingerichtet, aber niemals diese Flut von Nachrichten von verängstigten Bürgern erwartet.

Sie freut sich über Updates

Rahimi veröffentlichte über Twitter die Wasserstände, warnte vor dem defekten Kran, der über der 57. Strasse baumelte, und vor dem Feuer, das durch Breezy Point in Queens raste und Dutzende Häuser zerstörte. Rahimi erhielt viel Lob für ihren 30-stündigen Einsatz, aber in ihren Augen sind die Feuerwehrleute und Ambulanzteams die wahren Helden. «Ich sass nur an meinem Pult und versuchte, Schritt zu halten mit dem, was passierte.»

Und das befriedigendste Feedback auf ihren Einsatz seien die Nachrichten von Leuten gewesen, die Entwarnung gaben, nachdem sie in der Nacht auf Dienstag panische Tweets abgesetzt hatten. «Sie liessen mich wissen, dass sie gerettet wurden. Das ist schön, weil man dasitzt und sich fragt, ob die Menschen die nötige Hilfe wohl wirklich rechtzeitig erhalten.»

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