Aktualisiert 28.02.2012 14:28

Doktor Sex

«Wie über den Seitensprung reden?»

Pia wurde von ihrem Freund betrogen. Zwar hat sie ihm verziehen, ein Gespräch über die Zukunft der Beziehung möchte sie trotzdem noch. Was ist zu beachten?

von
bwe
Nach einem Seitensprung als Betrogene konstruktive Gespräche zu führen, ist nicht einfach. (Symbolbild: Colourbox.com)

Nach einem Seitensprung als Betrogene konstruktive Gespräche zu führen, ist nicht einfach. (Symbolbild: Colourbox.com)

Frage von Pia (21) an Doktor Sex: Mein Freund hat mich betrogen. Ich habe ihm verziehen und wir sind noch zusammen. Trotzdem möchte ich ein klärendes Gespräch darüber, wie es mit uns weitergehen soll. Er ist eher schweigsam und ich will nicht zurückgewiesen werden. Wie sollen wir es angehen?

Antwort von Doktor Sex:

Liebe Pia

Genauso wie jeder Seitensprung eine Beziehung in Frage stellen und eine Krise auslösen kann, hat er auch ein erneuerndes Potenzial – wenn man denn stark und mutig genug ist, um dieses zu sehen und auch zu nutzen. Du scheinst es zu sein und weisst, was du willst – schön!

Richtig angewendet, können Auseinandersetzung und Streit dazu dienen, seelische Verletzungen aufzuarbeiten. Wichtig dabei ist jedoch, die Dinge nicht zu überstürzen. Am besten installiert man eine geeignete Streitkultur in Zeiten, in denen Frieden herrscht.

Bevor ihr das Gespräch beginnt, solltest du ein klares Ziel und die positiven Veränderungen, die du damit erreichen willst, benennen. Zudem sollte eine klare Zeitstruktur abgemacht sein. Diskutiert nie länger als eine Stunde. Angenehm sind 15-minütige Sequenzen, in denen sich der Eine ganz in die Rolle des Sprechenden und die andere in die der Zuhörerin begibt. Danach dreht man das Setting um, die Zuhörerin wird zur Sprecherin und umgekehrt.

Verliert euch nicht in Kleinigkeiten, sondern bleibt bei eurem Thema. Streitet mutig und ohne Tabus, bewahrt gleichzeitig aber immer eure Würde und diejenige des Partners. Hütet euch vor Trotzreaktionen und Beleidigungen, versucht stattdessen, einander zu verzeihen. Wenn es zu emotional wird, schaltet eine Pause ein. Macht möglichst wenig Du-Sätze und sprecht stattdessen von euch. Wertschätzende Aussagen und Kritik sollten sich die Waage halten.

Schafft ihr trotz allem keinen konstruktiven Dialog, so holt euch fachliche Unterstützung. Es gibt immer einen Weg. Resignation ist keiner. Viel Glück!

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