Kriegsrufe von damals: Wie Uncle Sam zu Kanonenfutter kam
Aktualisiert

Kriegsrufe von damalsWie Uncle Sam zu Kanonenfutter kam

Vor bald 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg. Eine Plakatsammlung der amerikanischen Library of Congress zeigt, wie damals für den Krieg geworben wurde — auch diesseits des Atlantiks.

von
P. Dahm

Was heute Social Media und TV sind, waren früher Zeitungen, Radio und Plakate: Massenmedien, mit denen Regierungen ihre Bevölkerungen erreichen konnten. Um im Ersten Weltkrieg Aufrufe an den Mann zu bringen und Spenden zu sammeln, entwickelten die USA, Grossbritannien und Deutschland eine eigenständige Plakatkunst. Die besten Poster aus dieser Zeit hat die US-Kongressbibliothek digitalisiert und online gestellt.

In der obigen Bildstrecke haben wir eine Auswahl der eindrücklichsten Plakate zusammengestellt. Sie lassen sich grob in vier Kategorien unterteilen: Die meisten sind Rekrutierungsposter der Alliierten und der Achsenmächte, wobei sich die farbigen Aufrufe aus den USA und Grossbritannien deutlich von den düsteren Verpflichtungsappelle aus dem deutschen Kaiserreich unterscheiden. Auffallend ist die Leichtigkeit, mit welcher die U.S. Army den Job an der Front verklärt. Die Stichworte sind: Reisen, Action, Abenteuer!

Die zweite Gruppe von Postern fordert zum Kauf von Kriegsanleihen auf, mit denen die Staaten den Weltkrieg – die USA teilweise, Deutsches Kaiserreich vollständig – finanzierten. In einer dritten Gruppe fordern Organisationen wie das Rote Kreuz zu Spenden auf. Komplettiert wird das Plakat-Quartett durch «Lehrbilder», die etwa zum Züchten von Schafen für Soldatenkleidung oder zum verstärkten Einsatz an der Heimatfront aufrufen.

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