Die Welt in Zahlen: Wie viel Sand gibt es am Meer?
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Die Welt in ZahlenWie viel Sand gibt es am Meer?

Was in der Literatur noch als poetisches Gleichnis taugte, wird heute durch Technik gnadenlos entzaubert. Wie viele Sandkörner, Wasser und Bäume es auf der Welt ungefähr gibt, lässt sich berechnen.

von
kri

«So schüttete Josef das Getreide auf, über die Massen viel wie Sand am Meer, sodass er aufhörte zu zählen, denn man konnte es nicht zählen», heisst es im 1. Buch Mose. Das Bild für eine unermesslich hohe Zahl kommt an einem Dutzend Bibelstellen vor und erfreut sich bis heute grosser Beliebtheit.

Zählen kann man die Sandkörner im eigentlichen Sinn des Wortes nicht. Aber eine Schätzung, die auf nachvollziehbaren Annahmen basiert, ist möglich: Gemäss einer Berechnung der Universität von Hawaii gibt es 7,5 Trillionen Sandkörner (7 500 000 000 000 000 000) an den Weltmeeren. Sie beruht auf einem Modell, das die Länge alle Strände der Welt mit ihrer durchschnittlichen Breite und Tiefe multipliziert.

Die Ozeane sind nicht unendlich

Auch Religionskritiker greifen gerne zu Naturmetaphern: «Wie vermochten wir das Meer auszutrinken?», fragte der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche in seiner «Fröhlichen Wissenschaft» und meinte damit das schlicht Unmögliche: Wie ist es uns gelungen, Gott zu töten? Während es noch immer unmöglich sein dürfte, das Meer auszutrinken, kann heute annähernd bestimmt werden, wie viel es wäre, wenn es doch irgendwie gelänge.

Laut der Enzyklopädie für Klima und Wetter gibt es rund 1,4 Milliarden Kubikkilometer Wasser in den Ozeanen. Das sind 1,4 Trilliarden Liter (1 400 000 000 000 000 000 000). Das entspricht 97 Prozent des weltweit verfügbaren Wassers. Etwa 2 Prozent sind in der Eisschicht und in Gletschern gefroren. «Nur» 1 Prozent steht als Frischwasser zur Verfügung. Die Schätzung beruht auf der Topografie des Meerbodens, deren Vermessung Satelliten und Echolot möglich machen.

61 Bäume pro Person

Wie war das mit dem Wald, den man vor lauter Bäumen nicht mehr sieht? Eine amerikanische Professorin schätzte die Zahl der weltweiten Bäume auf rund 400 Milliarden. Nalini Nadkarni vom Evergreen State College in Olympia, Washington, benutzte hochauflösende Satellitenbilder der NASA sowie Daten über die Baumdichte der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO. Auf die 6,5 Milliarden Erdbewohner (Stand 2005) kämen demnach je 61 Bäume – angesichts des weltweiten Holzverbrauchs nicht viel, fand sie.

A propos Erdbewohner: Laut einer Berechnung des Population Reference Bureau in Washington sind seit Beginn der Menschheitsgeschichte rund 108 Milliarden Menschen geboren worden. Mit anderen Worten: Die aktuell knapp 7 Milliarden Erdbewohner entsprechen etwa 6 Prozent aller Personen, die jemals gelebt haben.

Zum Schluss noch zwei Zahlen zur globalen Mobilität: Laut dem US-Forschungsunternehmen Plunkett Research fahren auf der Welt rund eine Milliarde Autos und Kleinlaster, Tendenz stark steigend. Und zwar auf rund 70 Millionen Kilometern asphaltierter und unasphaltierter Strasse, schreibt Wikipedia. Das entspricht über 1700-mal dem Erdumfang.

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