Doping-Razzia an Ski-WM: Wie viele tappen noch in Doping-Falle?

Aktualisiert

Doping-Razzia an Ski-WMWie viele tappen noch in Doping-Falle?

Der internationale Skiverband FIS verschärft den Kampf gegen Doping. Bei den Weltmeisterschaften in Liberec soll mit einem umfangreichen Kontroll-Programm möglichen Betrügern das Handwerk gelegt werden. Gesucht wird auch nach Epo der neuen Generation.

Nachdem im Vorfeld der Titelkämpfe bereits 508 Tests durchgeführt worden waren, kündigte der Internationale Skiverband (FIS) für die WM-Tage noch einmal 570 Kontrollen an. Insgesamt investiert der Weltverband in dieser Saison mehr als anderthalb Millionen Franken in die Jagd nach potenziellen Sündern. Ins Blickfeld gerückt ist auch die neuartige Substanz, die bei den russischen Top-Biathleten nachgewiesen worden ist.

570 Kontrollen in zwei Wochen

Seit Montag laufen bei den WM in Tschechien die Blutkontrollen im Rahmen eines der umfangreichsten Anti-Doping-Programme der Geschichte. Vor Beginn der WM werden Blutproben von allen Langläufern und Kombinierern genommen. Die 450 Kontrollen werden von der eigens vom Verband beauftragten Agentur PWC durchgeführt. Nach den Wettkämpfen nimmt die tschechische Anti-Doping-Agentur die Tests vor. Nach den Regeln der FIS werden nach jeder Entscheidung die Top-Vier sowie zwei zusätzlich ausgewählte Athleten getestet. Zusätzlich wurden in den vergangenen beiden Wochen in Zusammenarbeit mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) 78 Urin-Proben auf Epo getestet sowie 430 Blutproben genommen und analysiert.

Seit Mai 2008 hat die FIS im Langlauf 224 Urin- und 1029 Bluttests durchgeführt. Bei den Nordischen Kombinieren waren es 15 Urin- und 83 Bluttests. Im gleichen Zeitraum nahm die WADA zusätzlich 68 Urin- und 62 Bluttests im Langlauf sowie 11 Urin- und 5 Bluttests in der Nordischen Kombination vor.

Für den bislang letzten grossen Dopingskandal im Langlauf hatte Johann Mühlegg 2002 bei den Olympischen Winterspielen gesorgt. Der für Spanien startende Deutsche war damals des Epo-Dopings mit dem verbotenen Mittel Darbepoetin überführt worden und hatte seine zwei Goldmedaillen zurückgeben müssen. Ein Jahr zuvor waren sechs finnische Langläufer bei der Heim-WM in Lahti erwischt worden. Um den Missbrauch mit Epo besser aufklären zu können, führte die FIS 2006 für jeden Athleten einen Blutpass ein, in dem alle Kontrollresultate aufgeführt werden.

(si)

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