Kampfende nach 29 Sekunden: Wie von Geisterhand k.o. gegangen
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Kampfende nach 29 SekundenWie von Geisterhand k.o. gegangen

Boxer können normalerweise viel einstecken. Nicht so Paul Briggs: Im WM-Kampf gegen Danny Green ging der Herausforderer nach einem harmlosen Schlag bereits nach 29 Sekunden k.o.

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Greens Kopftreffer gegen Briggs. (Quelle: YouTube)

Bereits nach 29 Sekunden ging Cruisergewichtler Paul Briggs im IBO-Weltmeisterschaftskampf gegen Titelverteidiger Danny Green nach einem scheinbaren Kopftreffer zu Boden. Die Zeitlupe zeigte allerdings, dass der Herausforderer von Green bestenfalls gestreift wurde. Trotz des harmlosen Treffers machte Briggs, der nach einer schweren Gefässverletzung im Kopf erstmals seit drei Jahren wieder im Ring stand, keinen Versuch noch einmal aufzustehen. Schnell wurde er vom Schiedsrichter ausgezählt.

Der Ärger der Boxfans über das schnelle Kampfende war grenzenlos. Die Zuschauer, die sich von Briggs betrogen fühlten, warfen Gegenstände in den Ring und begossen Briggs auf dem Weg in die Umkleide mit Bier. Danny Green versuchte noch im Ring die Massen mit einem Mikrophon in der Hand zu beruhigen: «Niemand ist verärgerter als ich, glaubt mir», rief der Titelverteidiger in die Menge. «Ich kann mich für Briggs Verhalten nur entschuldigen. Am liebsten würde ich jetzt den Kampf in den Kabinen beenden. Für diese Leistung bekommt er keinen Cent», versprach er dem aufgebrachten Publikum.

Dass Briggs den Kampf absichtlich boykottiert hat, muss ihm Green vor einem Gericht aber erst nachweisen. Ohne Urteil steht dem Herausforderer die vertraglich vereinbarte Kampfgage zu. Ob Paul Briggs ernsthafte gesundheitliche Probleme mit in den Ring brachte oder einfach nur aufs Geld aus war, bleibt wohl ungeklärt. Auszuschliessen ist hingegen, dass der halbherzige «Jab» von Green tatsächlich für einen richtigen K.o. gereicht hätte.

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