Mad Mel: Wie war das mit den Juden? Gibson lernts nie
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Mad MelWie war das mit den Juden? Gibson lernts nie

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr: Schon wieder hat Mel Gibson angeblich mit antisemitischen Äusserungen um sich geschlagen.

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Mit dem Vorwurf, judenfeindlich zu sein, hatte Hollywoodstar Mel Gibson schon öfter zu kämpfen. Jetzt wirft Drehbuchautor Joe Eszterhas dem 56-Jährigen Antisemitismus vor. Er hat dazu einen neunseitigen Brief auf der Filmwebseite Thewrap.com veröffentlicht. Grund des Streits: Das Scheitern des gemeinsamen Filmprojekts über den jüdischen Freiheitskämpfer Judas Makkabäus aus dem zweiten Jahrhundert.

Eszterhas schrieb Gibson: «Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass der Grund, dass du ‹The Maccabees› nicht drehen willst, der hässlichste von allen ist. Du hasst Juden.» Gibson hält dagegen und nennt das Drehbuch unzulänglich und die meisten Vorwürfe «absolut erfunden».

Das Studio Warner Bros. hatte kürzlich den von Gibson geplanten Film auf Eis gelegt, berichtete das Branchenblatt «The Hollywood Reporter» am Mittwoch. Dem Studio habe das Drehbuch von Eszterhas nicht gefallen, hiess es. Gibson wollte den Film über seine eigene Firma produzieren und möglicherweise auch Regie und Hauptrolle übernehmen.

Eszterhas hingegen lässt sich in seinem Schreiben über angebliche Wutausbrüche und Drohungen Gibsons aus. Der Drehbuchautor beschreibt zahlreiche Situationen, in denen Gibson angeblich wütend und ausfallend geworden sei und Juden beschimpft haben soll. Er soll auch Drohungen gegen seine Ex- Freundin Oksana Grigorieva ausgesprochen haben.

Unbeherrscht

Gibson hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Trunkenheit und Wutausbrüchen für Schlagzeilen gesorgt. Nach einem handgreiflichen Streit mit der russischen Sängerin Grigorieva hatte er vor einem Jahr eine dreijährige Bewährungsstrafe mit zahlreichen Auflagen erhalten, darunter Therapie, um seine cholerischen Anfälle in den Griff zu bekommen.

2006 war Gibson in Kalifornien betrunken am Steuer festgenommen worden, einem Beamten gegenüber wurde er ausfallend. Er entschuldigte sich später für seine antisemitischen Schimpftiraden. Er sei kein Antisemit und suche unter anderem den Dialog mit jüdischen Gruppen, um seine Probleme in den Griff zu bekommen, sagte Gibson damals.

In seiner Antwort an Eszterhas, die Gibson auch der «Los Angeles Times» zustellte, beschwert sich der Star über dessen Drehbuch. «In 25 Jahren Arbeit mit Drehbüchern habe ich noch nie einen derart unzulänglichen Entwurf und eine grössere Zeitverschwendung gesehen», wetterte Gibson.

Makkabäus hat Besseres verdient

Der Hollywoodstar hatte schon für seine Darstellung der Juden in seinem Film «The Passion of the Christ» heftige Vorwürfe einstecken müssen. Als seine «Makkabäus»-Filmpläne im vergangenen September bekannt wurden, klagte Rabbi Marvin Hier vom Simon Wiesenthal Center in Los Angeles, Gibson habe Juden gegenüber nichts anderes als «Feindseligkeit und Respektlosigkeit» gezeigt.

Auch Lennon kommt dran

Als Held des jüdischen Volkes habe Makkabäus Besseres verdient, pflichtete Abraham Foxman, Vorsitzender der jüdischen Antidiffamierungsliga bei. «Es wäre ein Hohn, wenn seine Geschichte von jemandem erzählt wird, der keinen Respekt und keine Sensibilität für die religiösen Ansichten anderer Menschen hat», sagte Foxman.

Eszterhas vermutet in seinem Brief daher, Gibson habe mit seinem Makkabäus-Projekt wohl nur von den Antisemitismus-Vorwürfen ablenken wollen.

Doch Gibson soll angeblich nicht nur Juden hassen, zu seinen Feinden gehört offenbar auch John Lennon. «Ich bin froh, dass er tot ist. Er verdiente es, erschossen zu werden. Er dacht er sei der verdammte Messias. Hört seine Songs! ‹Imagine›. Ich hasse diesen verdammten Song», soll Gibson laut Eszterhas zusätzlich gelästert haben.

(los/sda)

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