Wie war eine Attacke auf Moritz Leuenberger möglich?
Aktualisiert

Wie war eine Attacke auf Moritz Leuenberger möglich?

Nach der Attacke auf Moritz Leuenberger in der Zürcher Bäckeranlage muss sich nicht nur die Polizei, sondern auch die SP rechtfertigen.

«Irgendetwas ist schief gelaufen, aber was, ist noch unklar», sagte der Stadtzürcher SP-Präsident Koni Loepfe gestern. «Aufgrund der Art und Weise, wie es ablief, gehe ich davon aus, dass die Randalierer die Aktion gegen Leuenbergers Auftritt geplant hatten.» Mit dem attraktiv gelegenen Festplatz sei man durchaus ein Risiko eingegangen. «Mehr Schutz für Leuenberger wäre sicher nicht das Dümmste gewesen», gibt Loepfe zu bedenken.

Stadtpräsident Elmar Ledergerber (SP) kritisierte die Attacke auf den Bundespräsidenten am 1.-Mai-Fest mit den Worten: «Das ist eine verdammte Schweinerei.» Und forderte eine Untersuchung des Polizeieinsatzes (20 Minuten berichtete). «Natürlich stellt sich die Frage, warum es die Randalierer im dümmsten Moment auf das Areal geschafft haben», so Loepfe.

Diese erzwangen den Abbruch der Rede durch Lärm und Eierwürfe. Laut Polizeidepartementssprecher Reto Casanova gab es kein polizeiliches Spezialaufgebot für die Bäckeranlage: «Die Abklärungen haben aber ergeben, dass die Polizei die Situation innert fünf Minuten im Griff hatte.»

Der Standort des SP-Festes hatte bereits im Vorfeld aufgrund der Nähe zu potenziellen Gefahrenherden zu reden gegeben. «Auch mir wäre es lieber gewesen, wenn die SP auf dem Turbinenareal geblieben wäre», so Polizeivorsteherin Esther Maurer (SP). Koni Loepfe: «Wir wollen an der Bäcki festhalten, sind aber notfalls bereit, Konsequenzen zu ziehen.»

Sandra Hänni

Verhaftungen: Strafverfahren für viele hängig

Die Zahl der verhafteten Personen an der 1.-Mai-Nachdemo hat sich auf 49 erhöht. Die Hälfte der Festgenommenen stammt aus der Stadt Zürich, die restlichen aus der Region sowie den Kantonen Aargau, Luzern, Solothurn und St. Gallen. 19 Personen waren minderjährig, der Rest mehrheitlich jünger als 25 Jahre. Die meisten müssen mit einem Strafverfahren rechnen. Bis auf drei Personen befanden sich gestern Nachmittag alle wieder auf freiem Fuss. Für die enormen Sachschäden an privatem und öffentlichem Eigentum machte die SVP Polizeivorsteherin Esther Maurer verantwortlich.

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