3 mit Sex: «Wie wir uns durch die Pandemie masturbieren!»
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3 mit Sex«Wie wir uns durch die Pandemie masturbieren!»

Sex ist toll – auch mit sich selbst. Bruce unterhält sich mit Ella übers Masturbieren und die feinen Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

von
Bruce
Julia Ullrich
Zora Schaad
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«Brauchst du zum Masturbieren eigentlich immer deinen Vibrator?» will Bruce von Ella wissen.

«Brauchst du zum Masturbieren eigentlich immer deinen Vibrator?» will Bruce von Ella wissen.

Illu: Anna Deér
Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.
Bruce

Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.

Illu: Anna Deér
Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.
Ella

Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Bruce und Ella unterhalten sich übers Masturbieren, was während der Pandemie im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand liegt.

  • Ella erzählt über den Unterschied zwischen Vibratoren und Handarbeit.

  • Bruce sinniert über Pornos und warum sie schlecht für die eigenen Sexfantasien sind.

«Einmal kam Lars rein und ich habe im ersten Moment so getan, als würde ich bloss einen Film schauen. Aber aus meinem Compi stöhnte es laut und Lars verliess das Zimmer wortlos wieder. Wir haben nie darüber geredet, doch seither klopft er.» Ella lachte über meine Story. Wir sassen zu zweit auf unserem Balkon und kamen irgendwie aufs Thema Onanieren. Also irgendwie liegt das Thema nach einem Jahr Pandemie ja auch wortwörtlich auf der Hand. Dass ich mit Lars nie über diese Situation gesprochen habe, passt eigentlich so gar nicht zu unserer WG-Kommunikation, wo wir ja eigentlich jede Sex-Fantasie teilen.

«Brauchst du zum Masturbieren eigentlich immer deinen Vibrator?», wollte ich von Ella wissen. Wie viele Toys sie besitzt, weiss ich spätestens, seit sie im Shutdown mal einen Ausmist-Anfall gekriegt hat und etliche Silikon-Gadgets in eine Kiste aussortiert hat. Wo sie dann bekanntlich ihr Göttibub fand. «Zuhause masturbiere ich schon meist mit Vibi. Aber man muss sich ja seine Wichsfähigkeit auch ohne Hilfsmittel erhalten. Sonst bist du in den Ferien, bei einem schlechten Lover oder im Zug, hast nichts als deine Hände – und weisst mit denen nichts anzufangen», erklärte sie.

Der Kick, etwas ganz Verbotenes zu tun

Wait a second: Im Zug? Einmal, erzählte sich, hätte sie es sich im halb leeren Zug gemacht. Ein frühlingshafter Anflug von Hornyness, eine Gratiszeitung über dem Sommerröcklein und der Kick, etwas ganz Verbotenes zu tun, führten zu einer raschen Befriedigung. Ich war fasziniert. Und empört: «Stell dir vor, ein Mann hätte das gemacht? Der wäre als Oberperversling abgestempelt!» Ella nickte, sie war tatsächlich etwas rot geworden: «Gut, bei euch gibts auch ne grössere Sauerei! Ich kann das ganz diskret machen, ohne dem Kondukteur mein Ding zu präsentieren und ohne weisse Sauce auf dem Sitz.»

Stimmt, da hat sie einen Punkt. Die Debatte über Geschlechterrollen und Situationen männlicher Diskriminierung in unserer patriarchal geprägten Gesellschaft lässt sich tatsächlich schlecht am Beispiel «Masturbieren in der S-Bahn» führen. So oder so habe ich jedenfalls erst im Männerklo und im Massenschlag masturbiert, wo ich die Sauerei einfach verheimlichen konnte.

«Pornos aktivieren bei mir irgendein Suchtareal im Hirn»

«Wichst du immer mit Pornos?» Jetzt war Ella an der Reihe mit Fragen und sie traf zielsicher meinen Schwachpunkt. «Ich versuche, es mir möglichst selten zu Pornos zu machen, weil es mir sonst die Fantasie kaputt macht. Auch beim Sex bestimmen dann die Bilder aus den Pornos meine Gedanken», erklärte ich. Aber von den Pornos die Finger zu lassen, ist gar nicht so einfach.

Die Filme aktivieren bei mir irgendein Suchtareal im Hirn. Und so eine gepflegte Porno-Session mit verschiedenen offenen Tabs erlaubt es mir manchmal sogar, mehrmals nacheinander zu kommen. Obwohl ich ja sonst so meine Probleme mit dem Orgasmus habe. Aber eben: Wenn ich's zu viel mache, gehen meine eigenen Sexfantasien flöten.

Ein Monatsabo für fancy Frauenpornos

«Vielleicht musst du einfach andere Pornos schauen», schlug Ella vor und erzählte, dass sie ein Monatsabo für so ganz fancy Frauenpornos besitze, das sie aber viel zu wenig brauche. «Du kannst den Zugang haben!» Ich konnte mir zwar nicht vorstellen, dass das einen Unterschied macht. Aber: Probieren geht über studieren. Wir tranken unseren samstagnachmittäglichen Balkon-Prosecco aus und gingen beide in unsere Zimmer. Bitte nicht stören, Lars!

P. S.: Wie oft masturbierst du? Und auf welche Hilfsmittel schwörst du am meisten? Schreib uns an onelove@20minuten.ch!

Aufklärung & Safer-Sex

Hier findest du Hilfe:

Lilli.ch, Onlineberatung

Tschau, Onlineberatung

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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