Aktualisiert 16.07.2012 09:34

Doktor Sex

«Wie wird der Sex nach der Geburt sein?»

Rainer ist hin und her gerissen: Zwar freut er sich auf den Nachwuchs, gleichzeitig macht er sich aber auch Sorgen, seit er gehört hat, dass Frauen nach der Niederkunft weniger Lust auf Sex haben.

von
bwe
Sex während der Schwangerschaft und nach der Geburt - Ein Thema, um das sich viele Legenden ranken. (Symbolbild: Colourbox.com, John Dowland)

Sex während der Schwangerschaft und nach der Geburt - Ein Thema, um das sich viele Legenden ranken. (Symbolbild: Colourbox.com, John Dowland)

Frage von Rainer (26) an Doktor Sex: Meine Frau ist schwanger, darüber freuen wir uns total. Nun gibt es aber eine Frage, die mich sehr interessiert: Ich habe gehört, dass Frauen nach der Geburt weniger Lust auf Sex haben. Stimmt das? Und wird ihre Scheide so geweitet sein, dass wir beide weniger spüren?

Antwort von Doktor Sex:

Lieber Rainer

Kurzfristig wird die Geburt sicher Auswirkungen auf euer Sexualleben haben – alleine schon wegen der Verletzungen, die dabei entstehen können. Diese sind aber nach zwei bis drei Monaten ausgeheilt, so dass dem Liebesspiel zumindest körperlich nichts mehr im Wege steht.

Was Häufigkeit und Praktiken anbelangt, zeichnen sich bei den meisten Paaren schon während der Schwangerschaft Veränderungen ab. Diese sind auch auf den wachsenden Bauch zurückzuführen. Oft ist Geschlechtsverkehr in dieser Zeit aber einfach etwas weniger wichtig als Zärtlichkeit. Wer gar nicht darauf verzichten mag, kommt mit etwas Phantasie und vielen Kissen problemlos auch im neunten Monat noch zum Ziel. Und schliesslich gibt es ja beliebig viele Spielarten für lustvollen und befriedigenden Sex, die keine Penetration erfordern – bis hin zur Selbstbefriedigung.

Wie der Sex nach der Geburt sein wird, ob und wie sich die Lust entfaltet, ist nicht in erster Linie abhängig von deiner Frau, sondern von eurer Paardynamik und Kommunikation. Und daran könnt ihr arbeiten. Anders ausgedrückt: Ihr müsst schon beide wollen, dass eure Sexualität lebendig bleibt, denn es gibt immer Gründe, die man vorschieben kann um sich nicht darum kümmern zu müssen. Bleibt miteinander im Gespräch darüber und über eure Beziehung. Seid achtsam und reserviert euch immer wieder auch Zeiten, die frei sind von Handy, Internet, TV – und Kind.

Wegen der Empfindungen musst du dir keine Sorgen machen: Die Beckenbodenmuskulatur wird zwar durch Schwangerschaft und Geburt arg strapaziert, sie kann aber danach wieder auftrainiert werden, so dass schlussendlich keine Beeinträchtigungen zurückbleiben sollten.

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