Die wichtigsten Fragen – Wie wird Verstappen Weltmeister? Warum sorgt Hamilton-Sponsor für Wut?
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Die wichtigsten Fragen Wie wird Verstappen Weltmeister? Warum sorgt Hamilton-Sponsor für Wut?

Lewis Hamilton kämpft um seinen achten WM-Titel in der Formel 1. Er liegt acht Punkte hinter Red-Bull-Star Max Verstappen zurück, der am Sonntag bereits Weltmeister werden kann. Die wichtigsten Punkte vor dem Spektakel.

Der Crash von Verstappen und Hamilton im GP Italien.

SRF

Darum gehts

  • Lewis Hamilton und Max Verstappen kämpfen um dem WM-Titel in der Formel 1.

  • Der Kampf wird zwei Rennen vor Schluss immer intensiver und spannender.

  • Wir geben dir die wichtigsten Infos vor dem zweitletzten Rennen der F1-Saison.

Wie fühlt sich Hamilton vor dem nächsten WM-Kampf?

Lewis Hamilton ist nach eigener Einschätzung «so entspannt» wie nie im WM-Zweikampf mit Max Verstappen. Dieses Formel-1-Duell sei «anders in dem Sinne, weil wir zwei ungeheuer eng beieinander liegende Teams haben», sagte der Mercedes-Pilot mit Blick auf Red Bull und Verstappen. «Wir kämpfen auf unbekanntem Terrain, weil kein anderes Team acht Konstrukteurs- oder Fahrertitel nacheinander gewinnen konnte.» Mercedes kann in dieser Saison das achte Double am Stück schaffen.

Verstappen hat vor dem GP Saudi-Arabien am Sonntag (ab 18.30 Uhr live bei uns im Ticker) acht Punkte Vorsprung auf Hamilton und könnte schon an diesem Wochenende Weltmeister werden. «Ich bin dankbar, diese beiden Rennen zu haben, um zu kämpfen», meinte Hamilton vor den letzten beiden GPs der Saison.

Denkt Verstappen bereits an den Titel?

Max Verstappen will sich vom Gedanken an den möglichen vorzeitigen Gewinn des WM-Titels in Saudi-Arabien nicht ablenken lassen. Er werde dieses Wochenende so angehen, wie er es «schon die ganze Saison getan» habe, sagte der Red-Bull-Pilot. «Ich war immer ziemlich neutral», meinte Verstappen über seine Balance. Über den Titelgewinn wären Red Bull und er «natürlich sehr glücklich». Ein möglicher Crash mit Verfolger Lewis Hamilton von Mercedes, der zwei Rennen vor Saisonschluss acht Punkte hinter dem WM-Spitzenreiter liegt, interessiert Verstappen nicht. «Ich denke nicht darüber nach», sagte der 24-Jährige. Sein Team und er seien aber «sehr motiviert».

Wie wird Verstappen in Saudi-Arabien Weltmeister?

Der Niederländer hat – wie erwähnt – acht Punkte Vorsprung auf den F1-Star im Mercedes. Seit 1950 wird in der Formel 1 um den Titel gekämpft. 14 Mal fiel bisher zwei Rennen vor Schluss die Entscheidung. 29 Mal fiel die Entscheidung über den Weltmeister erst im letzten GP. Diese Szenarien würden Verstappen zum vorzeitigen WM-Titel reichen:

  1. Verstappen gewinnt und holt zugleich den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde, Hamilton belegt maximal Platz sechs.

  2. Verstappen gewinnt ohne schnellste Rennrunde, Hamilton belegt maximal Platz sieben.

  3. Verstappen wird Zweiter und holt zugleich den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde, Hamilton belegt maximal Platz zehn.

  4. Verstappen wird Zweiter ohne schnellste Rennrunde, Hamilton bleibt ohne Punkte.

Was macht die Strecke aus?

Die Formel 1 macht erstmals in Saudi-Arabien Station. Der Kurs ist der 75. Gastgeber eines Formel-1-Rennens und der vierte im Nahen Osten nach Abu Dhabi, Bahrain und Katar. Der Dschidda Corniche Circuit ist zudem der zweitlängste des Rennkalenders und gehört den Simulationen zufolge schon jetzt zu den schnellsten.

Viele Passagen sind eng und erlauben entlang der Mauern keine Fehler – Safety-Car-Phasen drohen. Die langen Vollgaspassagen und die schnellen Kurven sollten Mercedes eher liegen. «Das Auto hat sich in letzter Zeit gut entwickelt und ist wahrscheinlich so gut wie noch nie in dieser Saison», meinte Mercedes-Teamchef Toto Wolff und bescheinigte seinem Rennstall «ein starkes Momentum».

Sind die Menschenrechte ein Thema?

Hamilton hat vor dem Hintergrund der viel kritisierten Menschenrechtslage in Saudi-Arabien auch sein Unbehagen über den Grand Prix ausgedrückt. «Fühle ich mich wohl hier zu sein? Das würde ich nicht sagen. Aber es ist nicht meine Entscheidung, hier zu sein. Der Sport hat die Entscheidung getroffen, hier zu sein», sagte der sozial und politisch engagierte Mercedes-Pilot vor der Formel-1-Premiere im konservativen Königreich. Hamilton sei im Land willkommen geheissen worden.

Dennoch: «Ich halte es für unsere Pflicht, das Bewusstsein für gewisse Themen zu stärken, vor allem Menschenrechte.» Hamilton wird nach Katar auch bei den beiden letzten Saisonrennen in Saudi-Arabien und Abu Dhabi seinen neuen Helm in Regenbogen-Lackierung tragen. Der 36-Jährige möchte damit die LGBTQIA+-Community auf der Arabischen Halbinsel unterstützen. Auch wenn er sagt: «Nur weil ich den Helm wechsle, wird das nicht die Welt verändern.»

Wieso wird ein Hamilton-Sponsor scharf kritisiert?

Auch der Mercedes-Rennstall kommt nicht darum herum, sich Kritik anhören zu lassen. Die Boliden werden in Saudi-Arabien von der Firma Kingspan gesponsert. Vor vier Jahren brach im Grenfell Tower in London ein Feuer aus, in dem 72 Menschen getötet wurden. Der Brand eines Kühlschrankes breitete sich damals rasend schnell aus. Das offenbar auch, weil die Firma billige Verkleidungsmaterialien beim Bau verwendet hatte.

Den Mercedes-Deal sehen Überlebende des Brandes als «wirklich schockierend». Sie forderten von Mercedes, den Deal zu kündigen. In einer Erklärung des Rennstalls hiess es: «Unser Partner Kingspan hat die Untersuchung unterstützt und hilft weiterhin dabei, herauszufinden, was bei der Tragödie des Grenfell Tower schiefgelaufen ist und warum.»

Wird Formel-1-Legende Frank Williams verabschiedet?

Ja. Die Formel 1 nimmt in Saudi-Arabien nochmals Abschied von Teamchef-Legende Frank Williams. Teams würdigten den am Sonntag im Alter von 79 Jahren verstorbenen früheren Rennstallbesitzer mit Sonderlackierungen ihrer Wagen, auf denen der Name des Briten stand. Darunter war am Freitag beim Auftakttraining in Dschidda zum Beispiel auch Sebastian Vettels Aston-Martin-Team.

Williams-Fahrer George Russell trug im Gedenken einen Helm in Spezialdesign. «Wir müssen mit einem Lächeln auf unserem Gesicht da rausfahren und den bestmöglichen Job für Frank und die William

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(dpa/hua)

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