Studie zur CO₂-Emission: Wie wirkt sich 5G auf das Klima aus?
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Studie zur CO₂-EmissionWie wirkt sich 5G auf das Klima aus?

Die neue Mobilfunkgeneration breitet sich immer weiter aus. Das ist gar nicht so schlecht für die Umwelt, zeigen Forschende der Universität Zürich und der Empa.

von
Dominique Zeier
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In der Schweiz wird die neueste Mobilfunk-Generation 5G immer weiter ausgebaut. Damit häufte sich aber auch die Kritik in der Bevölkerung.

In der Schweiz wird die neueste Mobilfunk-Generation 5G immer weiter ausgebaut. Damit häufte sich aber auch die Kritik in der Bevölkerung.

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Denn diese stemmt sich immer wieder dagegen: Wie eine Umfrage, die auf 20min.ch 2019 durchgeführt und von Politikwissenschaftlern analysiert wurde, zeigt, wollen 54 Prozent keinen flächendeckenden Ausbau von 5G.

Denn diese stemmt sich immer wieder dagegen: Wie eine Umfrage, die auf 20min.ch 2019 durchgeführt und von Politikwissenschaftlern analysiert wurde, zeigt, wollen 54 Prozent keinen flächendeckenden Ausbau von 5G.

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Auf eine entsprechende Frage haben sie mit «Ja» oder «Eher Ja» beantwortet. Ein Moratorium würde von 54 Prozent unterstützt.

Auf eine entsprechende Frage haben sie mit «Ja» oder «Eher Ja» beantwortet. Ein Moratorium würde von 54 Prozent unterstützt.

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Darum gehts

  • Ein Wissenschaftsteam der Universität Zürich hat in Zusammenarbeit mit Forschenden der Empa untersucht, welchen Einfluss 5G auf die Umwelt hat.

  • Das Resultat: 5G ist effizienter und kann zu einer Senkung der CO₂-Emissionen führen.

  • Grund dafür ist, dass 5G schneller ist und intelligentere Stromnetze ermöglicht.

Im Frühling haben Sunrise und Swisscom bereits die neue 5G-Technologie eingeführt, vor wenigen Tagen ist auch Salt dazugestossen. Die neue Mobilfunkgeneration etabliert sich also nach und nach auch in der Schweiz. Nun sind Wissenschaftler der Universität Zürich und der Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen diese neue Technologie denn auf das Klima haben wird. Am Donnerstag präsentierten sie ihre Ergebnisse in Bern.

Konkret hat ein Team aus Forschenden im Auftrag des Wirtschaftsverbands Swisscleantech und der Swisscom untersucht, welche Auswirkungen der 5G-Mobilfunkstandard auf die Treibhausgasemissionen haben wird. Die Auswertung zeigt: Die 5G-Technologie ist effizienter und innovativer als die älteren 4G- oder gar 3G-Generationen. Daher könne mithilfe intelligenter Stromnetze oder Präzisionslandwirtschaft sogar eine Senkung der CO₂-Emissionen erreicht werden.

Umweltbelastung von 0,18 Megatonnen CO₂

In die Studie mit hinein flossen Untersuchungen von Energie- und Materialflüssen, die für den Aufbau und den Betrieb einer 5G-Infrastruktur nötig sind. Die Berechnungen wurden bis ins Jahr 2030 angestellt. Dabei berücksichtigt wurde, dass das momentan bestehende 4G-Netzwerk auch in zehn Jahren noch existieren wird. Allerdings werde dies laut Empa-Forscher Roland Hischier nur noch rund 20 Prozent des Datenverkehrs ausmachen.

Laut der Studie wird der Ausbau des Netzes und die dafür neu benötigten neuen Endgeräte eine Umweltbelastung von rund 0,18 Megatonnen CO₂ verursachen. Dies bedeutet laut Hischier ein Einsparpotenzial von rund 2,1 Megatonnen CO₂. Denn die 5G-Technologie ist Energie-effizienter als ältere Technologien. Daher wird das 5G-Netz im Jahr 2030 rund 85 Prozent weniger Emissionen als das heutige Mobilfunknetz verursachen.

Ausserdem wird es durch 5G vermehrt möglich sein, viel grössere Datenmengen zu übertragen. Dies führt dazu, dass Arbeiten flexibler und ortsunabhängiger wird. So könnte sich eine Reduktion des Pendlerverkehrs einstellen, und geschäftliches Reisen wird immer seltener nötig.

Neue Technologien

Darüber hinaus erwähnen die Wissenschaftler auch, dass aufgrund eines neuen 5G-Standards erst neue Technologien entwickelt werden könnten, die zuvor in dieser Art und Weise gar nicht möglich waren. Auch sie könnten massgeblich zu einer Reduktion des CO₂-Ausstosses beitragen. Konkret geht es um autonomes Fahren, Telechirurgie oder intelligente Gebäude. Hischier sagt: «Diese Anwendungen werden ihr Potenzial aber nicht so schnell ausschöpfen können, weshalb sie innerhalb des Zeitfensters unserer Studie bis 2030 noch nicht zum Tragen kommen.»

Es habe sich also deutlich gezeigt, dass die Verbreitung der 5G-Technologie Vorteile für die Umwelt mit sich bringe. «Technologieentwicklungen, richtig angewandt, sind ein wesentlicher Beitrag, um die CO2-Emissionen weiter zu senken», so Hischier.

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