Wiebusch: «Das Album hat eine Zerrissenheit»
Aktualisiert

Wiebusch: «Das Album hat eine Zerrissenheit»

Markus Wiebusch (39)
ist die Stimme von Kettcar,
einer der besten Indie-Bands
Deutschlands. Im Gespräch
erweist er sich als ebenso
weiser Mann wie auf der
neuen Platte «Sylt».

von
Thomas Nagy

Die Texte nehmen bei Kettcar oft eine grössere Rolle ein als die Musik. Was ist dir wichtiger?

Markus Wiebusch: Ich weiss, dass der relative Erfolg meiner Band darauf basiert, dass wir Texte schreiben können. Aber wir reissen uns den Arsch auf, um gute Musik zu machen.

Welche Idee stand am Anfang von «Sylt»?

Wir haben uns ganz allgemein vorgenommen, ein Album zu schreiben, das nicht mit allem einverstanden ist.

Zum Beispiel?

Im Song «Würde» zum Beispiel geht es darum, dass die Menschen aufgrund der neoliberalen Zumutungen immer schneller ausbrennen. Viele leben in einem Zustand ständiger Überforderung. Können wir unser Leben nicht auch anders organisieren?

Du schwankst dabei zwischen Zynismus und aufrichtiger Begeisterung.

Stimmt, das Album hat eine Zerrissenheit. Es ist resigniert und düster zugleich, aber mitreissend, vor allem auch wegen der Musik.

Als Feuilleton-Liebling wird von dir erwartet, immer intellektuell hochstehende Antworten zu geben. Ist das anstrengend?

Lieber intellektuell reden als Schrott-Antworten geben.

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