Todesraser von Schönenwerd: Wieder am Steuer, wieder ein Autorennen

Aktualisiert

Todesraser von SchönenwerdWieder am Steuer, wieder ein Autorennen

Zwei der drei Angeklagten im derzeit laufenden Prozess von Schönenwerd wurden erneut wegen Verkehrsdelikten verhaftet. Einer war in ein Autorennen involviert, der andere setzte sich ohne Fahrausweis hinters Steuer.

von
ast/ann

Knapp zwei Jahre nach dem tödlichen Raserunfall von Schönenwerd SO stehen seit dem 20. September die drei 20-jährigen Männer wegen vorsätzlicher Tötung vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen. Doch der Gerichtsprozess scheint mindestens zwei der drei Angeklagten nicht beeindruckt zu haben. Wie Tele M1 am Samstag berichtete, sind Cemal A. und Vedran B. schon wieder wegen Verkehrsdelikten mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Unverbesserliche Todesraser

Die Staatsanwaltschaft Solothurn bestätigte am Samstagabend, dass Vedran B. und Cemal A. verhaftet wurden. Die beiden fuhren vor zwei Jahren dicht hinter Todesraser Nekti T. her und stehen derzeit wie der Lenker des Unfallfahrzeugs wegen vorsätzlicher Tötung vor Gericht. Die Verhaftungen von Vedran B. und Cemal A. geschahen unabhängig voneinander.

Im Fall von Vedran B. gingen letzte Woche bei der Polizei Hinweise aus der Bevölkerung ein, dass einer der Schönenwerd-Raser wieder hinter dem Steuer sitze. Beim Fahrzeug soll es sich um denselben gelben Fiat Punto handeln, mit dem er schon im Raserfall von 2008 unterwegs war. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf und verhaftete Vedran B. am Freitag. Sein Auto wurde beschlagnahmt.

Bereits einen Tag zuvor erlebte die Polizei eine Überraschung: Am Donnerstagabend, 23. September, führte sie eine Radarkontrolle in Trimbach SO durch. Dabei gingen ihr ein Mercedes E 63 AMG und ein Audi S4 ins Netz. Die zwei Fahrzeuge wurden kurz vor 20 Uhr innerorts erfasst, wie sie dicht hintereinander mit 109 und 98 Stundenkilometer unterwegs waren.

Am Steuer des Mercedes sass Ömer A., der jüngere Bruder von Cemal, der im Fall Schönenwerd den schwarzen Golf gelenkt hatte. Ömer sass beim Todesrennen im November 2008 bereits als Beifahrer neben Cemal. Cemal selbst war ebenfalls mit von der Raserpartie. Diesmal hatten sie offenbar einfach die Sitzplätze getauscht: Cemal sass am Donnerstagabend als Beifahrer im Mercedes. Die Polizei verhaftete am Freitag nebst Cemal und seinem Bruder auch Fahrer und Beifahrer des Audi. Die zwei Fahrzeuge wurden konfisziert. Der Haftrichter hat am Samstag den Antrag des Staatsanwalts auf einen Monat Untersuchungshaft für die vier am Rennen Beteiligten und Vedran B. bestätigt. Die Fahrer mussten zudem die Fahrausweise abgeben.

Führerschein bereits entzogen

Den Rasern von Schönenwerd, die griechischer, türkischer und kroatischer Herkunft sind, wurden die Führerscheine wegen des Unfalls vor zwei Jahren bereits auf unbestimmte Zeit entzogen.

Sie sind der vorsätzlichen Tötung sowie der vorsätzlichen schweren Körperverletzung angeklagt. Weiter müssen sie sich wegen vorsätzlicher einfacher Körperverletzung sowie grober Verletzung der Verkehrsregeln verantworten.

Die neusten Vorkommnisse werfen ein äusserst schlechtes Licht auf die zwei angeklagten jungen Männer - und dürften sich nicht eben strafmildernd auf den aktuellen Prozess auswirken. Insbesondere weil beide am Prozess angaben, seit dem Unfall kaum mehr in den Ausgang zu gehen und wenn, dann immer den Zug zu nehmen. Die Polizei will aus Rücksicht auf den laufenden Prozess keine weiteren Informationen preisgeben.

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