Aktualisiert 06.12.2014 04:10

Fall Akai Gurley

Wieder befindet Jury über Anklage von Polizist

Der Schwarze Akai Gurley (28) wurde von einem Polizisten in Brooklyn in einem Treppenhaus erschossen. Erneut entscheidet nun eine Jury, ob der Schütze angeklagt wird.

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Akai Gurley (28) starb am 20. November 2014. Weil der Lift nicht funktionierte, nahm er in einem Gebäude in Brooklyn das dunkle Treppenhaus - und begegnete dort einem Polizisten. Der schoss sofort.

Akai Gurley (28) starb am 20. November 2014. Weil der Lift nicht funktionierte, nahm er in einem Gebäude in Brooklyn das dunkle Treppenhaus - und begegnete dort einem Polizisten. Der schoss sofort.

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Beim Beamten handelt es sich um den asiatischstämmigen Peter Liang, hier auf einem Plakat, das Aktivisten gegen Polizeigewalt angefertigt haben. Ob Liang für den Tod von Gurley bestraft wird, entscheidet nun eine Jury.

Beim Beamten handelt es sich um den asiatischstämmigen Peter Liang, hier auf einem Plakat, das Aktivisten gegen Polizeigewalt angefertigt haben. Ob Liang für den Tod von Gurley bestraft wird, entscheidet nun eine Jury.

Keystone/John Minchillo
Opfer Akai Gurley hinterlässt eine kleine Tochter.

Opfer Akai Gurley hinterlässt eine kleine Tochter.

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Auch im jüngsten Fall von tödlichen Polizeischüssen auf einen Schwarzen in den USA soll eine sogenannte Grand Jury über eine Anklageerhebung entscheiden. Das gab der zuständige Richter aus Brooklyn, Ken Thompson, am Freitag bekannt. «Es ist wichtig, auf den Grund dessen zu gehen, was geschehen ist», sagte er.

Der tragische Vorfall ereignete sich am 20. November. Akai Gurley, 28 Jahre alt, stieg mit seiner Freundin in einem dunklen Treppenhaus hinab, weil der Lift nicht fuhr. Ein junger Polizist mit asiatischen Wurzeln, Peter Liang, zog seine Waffe und tötete Gurley mit einer Kugel, ohne dass sich der Vater einer kleinen Tochter in irgendeiner Form verdächtig verhalten hätte, wie der Schütze selbst einräumte.

Keine Anklage in zwei anderen Fällen

Der Fall reiht sich ein in eine ganze Serie von tödlichen Schüssen oder Tätlichkeiten weisser Polizisten, denen Schwarze zum Opfer fielen. Sowohl nach dem Tod des unbewaffneten 18-Jährigen Michael Brown in Ferguson als auch nach dem mit einem Würgegriff getöteten Eric Garner in New York entschieden Jurys, dass sich die Polizisten nicht vor Gericht verantworten müssen. Nach den Entscheidungen kam es jeweils zu teils gewaltsamen Protesten.

In New York gingen am Freitagabend den dritten Tag in Folge hunderte Menschen auf die Strasse und legten den Verkehr lahm. Weitere Demonstrationen gab es am Freitag in Washington, Miami, Chicago, Boston und New Orleans. Viele Demonstranten legten sich auf den Boden, um an die Toten durch Polizeischüsse zu erinnern. Auf Plakaten stand «Rassismus tötet» und «Das Leben von Schwarzen zählt». (sda)

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