Wieder Braunbär aufgetaucht
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Wieder Braunbär aufgetaucht

Bei Trento in der norditalienischen Provinz Trient ist wieder ein Braunbär gesichtet worden. Ob es der Bündner Bär ist, wird analysiert.

Er tauchte unweit der Stelle auf, wo Anfang November ein Bär angefahren wurde. Der Unfall ereignete sich am Freitag, 4. November. Wie die Koordinationsstelle für Forschungsprojekte zur Erhaltung und zum Management der Raubtiere (KORA) am Dienstag mitteilte, war ein Jungbär frühmorgens unvermittelt aus dem Wald auf die Strasse getreten, so dass die Automobilistin nicht mehr bremsen konnte.

Die Autolenkerin blieb beim Zusammenstoss unverletzt. Auch der Bär sei möglicherweise glimpflich davon gekommen. Laut KORA stand er wieder auf und verschwand im Wald. Bei einer Nachsuche mit Hunden wurden keine Blutspuren gefunden. Das Gelände soll aber nochmals abgesucht werden.

Wieder Bär auf der Strasse gesichtet

Nun wurde in der Nähe des Unfallortes südwestlich von Trento erneut ein Bär beim Überqueren der Strasse gesichtet. Der Unfallort befindet sich gemäss KORA rund 80 Kilometer Luftlinie vom Unterengadin entfernt und liegt am südlichen Rand des Kerngebietes der Trentiner Bärenpopulation.

Die Vermutung, beim verunfallten Tier handle es sich um den im Sommer in Graubünden eingewanderten, rund zwei Jahre alten männlichen Jungbären, erscheine vor diesem Hintergrund zumindest etwas voreilig, schrieb KORA. Der «Bündner Bär» wurde zuletzt Ende September im Unterengadin auf einer Alp bei Ramosch gesehen und ist seither spurlos verschwunden.

Auch beim Bündner Jagdinspektorat weiss niemand, wo sich der eingewanderte Braunbär aufhält und ob er allenfalls am Zusammenprall mit dem Auto beteiligt war. Erst die DNA-Analyse von Haaren, die an der Motorenhaube des Unfallfahrzeuges gefunden worden seien, würden Klarheit verschaffen, hiess es bei den Jagdbehörden in Chur.

Nicht der erste Verkehrsunfall

Der vor rund zehn Tagen verunfallte Bär ist nicht der erste aus dem Trentiner Wiederansiedlungsprojekt, der von einem Auto angefahren wurde. Gleiches widerfuhr im August 2001 einem Weibchen namens Vida auf der Brennerautobahn zwischen Bolzano und Trento.

Der Autofahrer kam mit dem Schrecken davon. Die Bärin entfernte sich aus eigener Kraft von der Fahrbahn, blieb dann in der Nähe unter Schock liegen. Sie hatte einen Knochenbruch an der linken Vorderpfote erlitten.

Die verletzte Bärin wurde gepflegt und ging sechs Wochen später wieder auf Wanderschaft. Im Frühling 2002, als sich das Tier im Gebiet des österreichischen Nationalparks Hohe Tauern aufhielt, verstummte der Halsbandsender endgültig.

(sda)

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