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GletscherabbruchWieder donnern Gletschermassen zu Tal

Am Feegletscher im Walliser Saastal sind am Montag wie erwartet 150 000 Kubikmeter Eis abgebrochen. Letzten Dienstag hatten sich oberhalb von Saas-Fee bereits 50'000 Kubikmeter Eis gelöst. Nun gilt dort die Gefahr weiterer Gletscherabbrüche als gebannt.

Die seit letzter Woche gesperrten Wanderwege im Gebiet Spielboden, die Spielboden-Seilbahn und das Restaurant Gletschergrotte konnten am Montag wieder geöffnet werden. Grund für die Gletscherabbrüche ist der allgemeine Rückgang des Gletschers wegen der Erwärmung.

Die Gletscherzunge habe sich nun stabilisiert, sagte Charly Wuilloud, Chef der Sektion Naturgefahren des Umweltamtes des Kantons Wallis. Es könnten bloss noch kleinere Eisbrocken abbrechen.

Aber «das Phänomen wird sich in einigen Jahren wiederholen», sagte Wuilloud. Es wird nun eine Überwachungskamera installiert, welche die Bewegungen des Gletschers registriert.

Wenige Kilometer südöstlich der jetzigen Gletscherbruchstelle hatte im August 1965 die Mattmark-Katastrophe ereignet: Ein Stück der Gletscherzunge des Allalin-Gletschers im Saastal brach ab.

Zwei Millionen Kubikmeter Eis und Geröll stürzten auf das darunter liegende Barackenlager der Baustelle des Mattmark- Staudamms. Dabei verloren 88 Arbeiter das Leben, 56 von ihnen Italiener.

(sda)

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