Aktualisiert 24.07.2011 07:04

Weitere Proteste Wieder Gewalt in Ägypten

Bei Zusammenstössen zwischen Unterstützern und Gegnern der ägyptischen Militärführung sind in Kairo mehr als 230 Menschen verletzt worden. Soldaten feuerten Warnschüsse ab.

In Kairo ist die Gewalt erneut eskaliert.

In Kairo ist die Gewalt erneut eskaliert.

Rund tausend Demonstranten versuchten am Samstag vor das ägyptische Verteidigungsministerium und den Sitz der Militärregierung in Kairo zu ziehen.

Auf dem Weg dorthin wurden sie aber von Soldaten mit Warnschüssen am Weitermarsch gehindert, wie die staatliche Nachrichtenagentur Mena berichtete.

Daraufhin stürzten sich Anwohner des Viertels mit Messern und Stöcken auf die Demonstranten. 231 Menschen wurden verletzt, 39 von ihnen wurden nach Angaben des Gesundheitsministerium ins Spital gebracht.

Die Menge zog anschliessend in kleineren Gruppen wieder zum Tahrir-Platz im Zentrum der Stadt zurück, der seit zwei Wochen von Demokratie-Aktivisten besetzt wird.

Militärrat bekräftigt Willen zu Demokratie

Der Chef des Militärrats, Marschall Hussein Tantawi, hatte wenige Stunden zuvor noch einmal seinen Willen zu Demokratie bekräftigt. In einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache sicherte er erneut «freie und gerechte» Parlamentswahlen, eine neue Verfassung und die Wahl eines Präsidenten durch das Volk zu.

Tantawi führt seit dem Sturz Mubaraks die Geschicke des Landes. Allerdings steht er selbst auch in der Kritik: Tantawi diente rund 20 Jahre lang als Verteidigungsminister unter Mubarak.

Die Demonstranten werfen den nun regierenden Militärbehörden vor, die angekündigten Reformen zu langsam anzugehen und an repressiven Massnahmen der früheren Führung festzuhalten.

(sda)

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