Ausschluss: Wieder keine Beobachter am Suu-Kyi-Prozess
Aktualisiert

AusschlussWieder keine Beobachter am Suu-Kyi-Prozess

Die Militärregierung in Burma hat nach kurzfristigen Lockerungen im Prozess gegen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi wieder Härte gezeigt. Die Verhandlung wurde am Donnerstag hinter verschlossenen Türen fortgesetzt.

Im Gegensatz zum Mittwoch waren Diplomaten und Journalisten nach Angaben eines burmesischen Funktionärs nicht mehr als Beobachter zugelassen. Die Diplomaten und Journalisten seien «nur für einen Tag» zugelassen worden.

Die rund 30 Diplomaten und zehn Reporter waren etwa eine Stunde in dem Gerichtssaal. Sie beschrieben Suu Kyi als entspannt und selbstsicher. «Vielen Dank für Ihre Unterstützung», soll Suu Kyi gesagt haben. «Ich hoffe, ich treffe Sie eines Tages unter besseren Umständen wieder.»

Nach Angaben des singapurischen Botschafters sagte Suu Kyi, sie werde im Gefängnis korrekt behandelt. «Sie meinte, es sei noch nicht zu spät dafür, dass dieser bedauernswerte Zwischenfall noch etwas Gutes bringen könnte», teilte das Aussenministerium ohne weitere Einzelheiten mit.

Ban will nach Burma reisen

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich «tief besorgt» über die Inhaftierung Suu Kyis. Die Oppositionspolitikerin sei gesund, es gehe ihr gut, sagte Ban in einem Interview mit dem Sender CNN. Trotzdem sei es nicht akzeptabel, dass eine Friedensnobelpreisträgerin in einem der berüchtigsten Gefängnisse Birmas festgehalten werde.

Er werde daher so bald wie möglich nach Burma reisen, um sich für eine Freilassung Suu Kyis und anderer politischer Gefangener einzusetzen, sagte Ban. Er wolle mit Burmas Militärherrscher Than Shwe persönlich darüber sprechen.

Mahnwache bei Insein-Gefängnis

Die Militärregierung wirft der 63-Jährigen einen Verstoss gegen ihren Hausarrest vor, weil sie einem US-Bürger einige Tage lang Obdach gewährte, der durch einen See zu ihrem abgesperrten Haus geschwommen war.

Am vierten Verhandlungstag versammelten sich rund 30 Anhänger von Suu Kyis Nationaler Liga für Demokratie (NLD) zu einer Mahnwache in der Nähe des Insein-Gefängnisses bei Rangun. Unter den Demonstranten war laut Augenzeugenberichten auch einer der prominentesten Gegner der Militärregierung, Win Tin. Er war 2008 nach fast 20 Jahren Haft aus dem Gefängnis freigekommen.

Suu Kyi sass insgesamt 13 der vergangenen 19 Jahre in Haft oder stand unter Hausarrest. Ihr derzeitiger Hausarrest wäre Ende Mai zu Ende gegangen. Kritiker halten die Anklage für ein abgekartetes Spiel, um die Politikerin vor den geplanten Wahlen im kommenden Jahr aus dem Verkehr zu ziehen.

(sda)

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