Wegen Rezession: Wieder mehr Freiwilligenarbeit

Aktualisiert

Wegen RezessionWieder mehr Freiwilligenarbeit

Seit Jahren leisten immer weniger Menschen Freiwilligenarbeit.
Doch während der Wirtschaftskrise hat ein Umdenken stattgefunden.

von
Dajan Roman
Freiwilligenarbeiter erteilen Jugendlichen Nachhilfe. (C. Harshani)

Freiwilligenarbeiter erteilen Jugendlichen Nachhilfe. (C. Harshani)

Noch kurz vor der Jahrtausendwende leistete etwa jeder Vierte Freiwilligenarbeit. In den Jahren danach sank die Quote auf nur noch etwas mehr als ­einen Fünftel der Schweizer Bevölkerung. Doch die Rezession im letzten Jahr bewirkte ein Umdenken: «Wir hatten bei ­allen Fachstellen mehr Kontakte und mehr Vermittlungen», sagt Elsbeth Fischer von Benevol Schweiz, der Dachorganisation der Fach- und Vermittlungs­stellen für Freiwilligenarbeit. «Gerade in Zeiten von Boni-Diskussionen und unsicherer Wirtschaftslage wollen viele einen bewussten ­Gegenpunkt setzen und lassen sich neu auf ein Engagement ein.» Tatsache ist aber: Es wird ­immer schwieriger, Freiwillige zu finden. Das liegt laut Fischer auch an den ge­stiegenen Anforderungen der Arbeitswelt: «Viele Einsatzbe­reiche sind für Freiwillige eine Never-ending-Story. Das steht im Kontrast zur Mobilität und Flex­ibilität, die heute von allen gefordert wird.» Alles in allem betragen die freiwilligen Leistungen in der Schweiz etwa 320 Milliarden Franken, das sind 60 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts. «Unsere Gesellschaft würde ohne freiwilliges Engagement nicht funktionieren. Nur ein Beispiel: Es käme kein Samichlaus mehr», so Andreas Bircher vom Forum Freiwilligenarbeit.ch.

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