Sammel-Kappe defekt: Wieder Panne beim Ölleck
Aktualisiert

Sammel-Kappe defektWieder Panne beim Ölleck

Neue Panne im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko: Wegen technischer Probleme habe BP am Mittwoch das Auffangen des Öls unterbrochen, teilte der Einsatzleiter der US- Regierung, Admiral Thad Allen, mit.

Die Kappe, die das Rohöl über dem Bohrloch sammelt, habe wegen eines Defekts entfernt werden müssen. Zugleich seien zwei Helfer ums Leben gekommen.

Es gebe Probleme mit einer Abzugsöffnung der Kappe, nachdem anscheinend einer der Unterwasser-Roboter mit ihr zusammengestossen sei, sagte der Admiral. Nun könnten sich Kristalle bilden, die die Auffangvorrichtung verstopfen könnten.

Barack Obamas Rede zur Ölpest

Ähnliche Schwierigkeiten hatten bereits vor Wochen einen der ersten Versuche zunichtegemacht, das ausströmende Öl direkt über der Quelle aufzufangen.

Lebendig begraben im Öl

Eines der beiden Todesopfer sei bei einem Schwimmunfall ertrunken. Der andere Mann habe eines der eingesetzten Privatboote gesteuert, sagt Allen. Dem US-Fernsehsender CNN zufolge gibt es Berichte, nach denen der Helfer durch einen Schuss ums Leben kam.

Neues Moratorium

Die US-Regierung beharrt derweil auch nach einer juristischen Schlappe weiter auf einem Verbot von Tiefsee-Bohrungen im Golf von Mexiko.

Nur Stunden nachdem ein US-Gericht den als Konsequenz aus der Ölpest verhängten Stopp für für nichtig erklärt hatte, kündigte das US-Innenministerium ein neues Moratorium an. Innenminister Ken Salazar will binnen weniger Tage eine neue Anordnung auf den Weg bringen. Dort sollen die Gründe ausführlicher dargelegt werden.

Damit reagiert das Innenministerium auf die Begründung des Gerichts. Das bisher wegen der Ölpest verfügte sechsmonatige Moratorium sei rechtlich nicht ausreichend begründet und zu umfassend, hatte Bundesrichter Martin Feldman am Dienstag in New Orleans (Louisiana) erklärt.

Der Richter gab damit dem Antrag mehrerer Öl-Firmen statt, die den Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Bohrstopp forderten.

US-Präsident Barack Obama hatte Ende Mai unter dem Eindruck der Ölpest neue und auch bereits genehmigte Bohrvorhaben in Gewässern tiefer als 150 Meter für sechs Monate stoppen lassen. Bis dahin soll eine Kommission die Ursachen für das Sinken der Bohrinsel «Deepwater Horizon» ermitteln und Konsequenzen aus dem Unglück vorschlagen.

Die Kläger befürchten, durch die halbjährige Zwangspause massive Einbussen zu erleiden. Sie argumentieren, die Regierung habe keine Beweise dafür, dass die zum Teil schon lange vor dem Moratorium begonnenen Bohrungen eine Bedrohung für den Golf darstellten. Tausende Arbeitsplätze in der Region seien in Gefahr. Auch führende Regionalpolitiker hatten sich gegen das Moratorium ausgesprochen.

Neues Katastrophen-Management

Unterdessen übernahm der bisher geschäftsführende Direktor des Ölkonzerns BP, Robert Dudley, offiziell die Leitung des Katastrophen- Managements im Golf von Mexiko. Er werde nun mit dem Aufbau einer eigenen Organisation beginnen, die sich ausschliesslich um die Folgen des Unfalls kümmert, sagte eine BP-Sprecherin am Mittwoch in London.

BP-Chef Tony Hayward werde sich wieder stärker dem regulären Geschäft widmen. Er war in den vergangenen Wochen immer wieder in die Kritik geraten, weil er beim Krisenmanagement Fehler gemacht haben soll.

(sda)

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