Es ist verflixt: Wieder Probleme beim Schweizer «Tatort»
Aktualisiert

Es ist verflixtWieder Probleme beim Schweizer «Tatort»

Bei den Dreharbeiten zur neuen Schweizer «Tatort»-Folge gibt es Probleme. Der Vorgänger «Wunschdenken» wird derweil «frühestens im Herbst» ausgestrahlt.

von
mor

Die neue Schweizer «Tatort»-Folge trägt den Namen «Skalpell» und handelt von einem zwielichtigen Kinderchirurgen. Aber auch hier gibt es wieder Probleme: Laut der «SonntagsZeitung» mussten die Dreharbeiten an einen geheimen Ort verlegt werden, nachdem es Schwierigkeiten mit dem Luzerner Kantonsspital gegeben hat. Ein Teil der Ärzteschaft wehrte sich gegen die Aufnahmen in ihren Räumlichkeiten, da der gute Ruf dieser bekannten Anstalt nicht aufs Spiel gesetzt werden solle. Der Anwalt eines Spitzenmediziners leitete juristische Schritte gegen den Dreh von Regisseur Tobias Ineichen ein. Im Zentrum: mögliche Datenschutz- und Persönlichkeitsrechtsverletzungen.

«Frühestens im Herbst»

Bereits die erste Schweizer «Tatort»-Folge «Wunschdenken» war problemgeladen (20 Minuten Online berichtete). Gemäss Natalie Wappler, Kulturchefin von Schweizer Radio und Fernsehen, wird die Folge nun neu synchronisiert und neu geschnitten.

Hier entsteht der «Tatort» Luzern.

Es könne auch zu kleineren Nachdrehs kommen, sagte Wappler gegenüber der «NZZ am Sonntag». Der Krimi von Regisseur Markus Imboden werde sicher gesendet, jedoch «frühestens im Herbst».

Kompliziert und Klischeehaft

Die «Tatort»-Folge «Wunschdenken» war noch von der alten SF- Geschäftsleitung in Auftrag gegeben worden. Diese nahm auch das Drehbuch ab und im Herbst 2010 schliesslich den fertigen Film. Die neue Geschäftsleitung des SRF mit Kulturchefin Wappler revidierte den Entscheid im Februar. Die Folge, die in Luzern spielt, sei kompliziert erzählt, enthalte Klischees und lasse lokale Atmosphäre vermissen, hiess es damals.

Das Schweizer Fernsehen ist nach neun Jahren Pause seit Herbst 2010 wieder an der Krimireihe «Tatort» beteiligt. «Wunschdenken» soll der erste Schweizer Beitrag werden, weshalb es den Verantwortlichen besonders wichtig ist, dass er überzeugt. Demnächst beginnen die Dreharbeiten für die zweite Schweizer Folge, wie Wappler sagte. (mor/sda)

Deine Meinung