Reiche Beute: Wieder Schweizer Autos auf Zug geknackt
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Reiche BeuteWieder Schweizer Autos auf Zug geknackt

Es tönt nach Wildem Westen, passierte aber im Norden: Gangster sprangen auf den Autozug von Lörrach nach Hamburg und räumten Luxuskarossen aus. Zu den Opfern gehören Schweizer.

von
hhs

Am 21. Dezember ging die Welt zwar nicht unter. Für einige Reisende nach Hamburg hielt der Tag dennoch eine unliebsame Überraschung parat: Als sie am Morgen mit dem Autozug in der norddeutschen Metropole ankamen, mussten sie feststellen, dass ihre Autos aufgebrochen und ausgeräumt worden waren.

Wie die Hamburger Polizei schreibt, nahmen die Diebe vor allem teure Wagen der Marken Volvo, Mercedes, BMW, Audi und Porsche ins Visier. Um in den Innenraum der Fahrzeuge zu gelangen, hätten die bislang unbekannten Täter die Scheiben auf den Beifahrerseiten eingeschlagen und anschliessend die Gepäckstücke und den Innenraum durchwühlt.

Eine ganze Serie von Aufbrüchen

Nach ersten Aussagen der Geschädigten liessen die Langfinger dabei Foto- und Videokameras, Schmuck und Bargeld mitlaufen. Über die genaue Schadenshöhe kann die Polizei noch keine Angaben machen. Klar ist aber, dass die Besitzer der betroffenen Wagen aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich und aus Dänemark stammen. Wie Rüdiger Carstens von der Hamburger Polizei gegenüber 20 Minuten Online erklärt, haben 12 der 17 geknackten Wagen ein Schweizer Kennzeichen. Der Autozug ab Lörrach ist für viele Schweizer eine beliebte Möglichkeit, entspannt in den Norden zu kommen.

Es ist nicht die erste Attacke: Bereits im Oktober und zuvor 2012 mindestens drei weitere Male hatten die Täter auf dieser für sie offenbar lukrativen Strecke zugeschlagen. Gegenüber 20 Minuten wies die Deutsche Bahn (DB) im letzten Juni alle Verantwortung zurück: «Die Kunden unterschreiben einen Vertrag, in dem alle sicherheitsrelevanten Aspekte aufgeführt sind», sagte damals eine Sprecherin.

Stopps nur noch in gut beleuchteten Bahnhöfen

Wahrscheinlich klettern die Täter bei einem der nächtlichen Stopps auf die Waggons. Gegenüber «Autobild.de» liess die DB im November verlauten, sie habe bereits mehrfach das Personal angewiesen, auf «Auffälligkeiten» zu achten, um der Situation Herr zu werden. Es sei aber keine ständige Überwachung möglich.

Matthias Oomen vom Fahrgastverband Pro Bahn schlug deshalb vor, die Routen der Autozüge öfter zu wechseln sowie die nächtlichen Zwischenhalte in gut beleuchteten Bahnhöfen einzulegen, um es den Dieben schwerzumachen. Ausserdem forderte er geschlossene Behälter für die Autos, die alarmgesichert sind – so wie sie bereits beim Transport von Neuwagen zum Einsatz kämen.

Haben Sie selber auch schon schlechte Erfahrungen mit Autozügen im Ausland gemacht? Schreiben Sie uns an: feedback@20minuten.ch

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