Pratteln: Wieder sind chemische Stoffe bei CABB entwichen
Aktualisiert

PrattelnWieder sind chemische Stoffe bei CABB entwichen

Nach einem Chemikalien-Austritt in der Nacht auf Montag bei der CABB in Schweizerhalle ist am Dienstag früh erneut eine kleine Menge Chlor entwichen.

Die Anlage in Schweizerhalle wurde sofort abgeschaltet.

Die Anlage in Schweizerhalle wurde sofort abgeschaltet.

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Der jüngste Zwischenfall sei um etwa 4 Uhr früh passiert. Eine Schelle an einem Abluftrohr sei undicht gewesen, sagte ein Firmensprecher. Die daraus entweichende Abluft habe einen geringen Chlorgehalt aufgewiesen; der Stoff sei daher nur sehr lokal messbar gewesen.

Zur Häufung der Zwischenfälle sagte der Sprecher, diese sei «inakzeptabel», auch bei überschaubaren Folgen. Eine interne Arbeitsgruppe untersuche bereits die letzten Vorfälle, und auch der neue Qualitätssicherungs-Chef des deutschen Mutterhauses sei derzeit die meiste Zeit im Werk Pratteln.

Undichte Dachluken

In einem Produktionsgebäude auf Gemeindegebiet von Pratteln waren bereits in der Nacht auf Montag nach 3 Uhr früh Chlorwasserstoff (HCL) und Schwefeldioxid (SO2) ausgetreten. Auf einem Nachbargelände roch jemand die Gase und alarmierte die Feuerwehr. Die Anlage wurde darauf unverzüglich abgeschaltet. Verletzte gab es nicht.

Ein Teil der stinkenden Abluft entwich durch Dachfenster des betroffenen Gebäudes. Diese hätten gemäss dem Sprecher eigentlich geschlossen sein sollen, waren es aber wegen eines Defekts nicht. Der Einsatztrupp der Industriefeuerwehr dichtete in der Folge einen Haarriss in einer Leitung sowie die Dachluken ab.

Erneut in Schlagzeilen

CABB beliefert Kunden in der Agro- und Pharmaindustrie. Das Unternehmen ist auf die Herstellung und Vermarktung von Chlor- und Schwefelverbindungen spezialisiert. In Pratteln werden jährlich rund 570'000 Tonnen Feinchemikalien produziert wie etwa Bestandteile von Pflanzenschutzmitteln diverser Hersteller.

In den vergangenen Jahren sorgte das Unternehmen mehrfach mit Vorfällen für negative Schlagzeilen, zuletzt etwa im Frühjahr 2013, als eine ätzende und stark nebelbildende Chemikalie ausgetreten war. (sda)

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