Aktualisiert 07.06.2012 09:29

Berichte über MassakerWieder sterben Kinder und Frauen in Syrien

Nach den grausamen Hinrichtungen in Hula vor rund zwei Wochen ist es in Syrien laut Berichten wieder zu einem Blutbad an Zivilisten gekommen. Unter den Toten sollen 20 Frauen und 20 Kinder sein.

In Syrien soll es rund zwei Wochen nach den Massenerschiessungen in Hula zu einem erneuten Massaker gekommen sein. Die Opposition berichtete am Mittwochabend, bei der westsyrischen Stadt Hama seien etwa 100 Menschen getötet worden.

Regierungstruppen und mit ihnen verbündete Milizen hätten in den Ortschaften Al-Kubeir und Maarsaf ein Massaker angerichtet, bei dem auch rund 20 Frauen und 20 Kinder getötet worden seien. Dies gab das Oppositionsbündnis Syrischer Nationalrat bekannt.

Der Leiter der in London ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, sprach ebenfalls von einem Massaker. Nach ersten Informationen seien mindestens 87 Menschen getötet worden. Nach dem Beschuss durch Regierungskräfte seien Milizen in die beiden Dörfer eingedrungen und hätten die Einwohner erschossen oder erstochen.

Vor gut zwei Wochen hatten nach UNO-Berichten Regierungseinheiten in der zentralsyrischen Kleinstadt Hula 108 Menschen getötet, viele davon Kinder. Das Massaker von Hula hatte international einen Proteststurm ausgelöst, in dessen Zug etliche Staaten Syriens Diplomaten ausser Landes wiesen.

Syrisches Staatsfernsehen spricht von «Verbrechen»

Das syrische Staatsfernsehen hat «Verbrecher» für die Ermordung von Zivilisten in der Region Hama verantwortlich gemacht. Das Verbrechen sei bewusst vor einer Sitzung des UNO- Sicherheitsrates und anderen internationalen Treffen begangen worden, um Druck auf Syrien auszuüben.

Nach Darstellung des Staatsfernsehens seien in dem Dorf Frauen und Kinder mit gefesselten Füssen und Händen ermordet worden. Die syrische Armee habe darauf ein «Versteck von Terroristen» in Al-Kubeir angegriffen, nachdem Bewohner um Hilfe gerufen hätten.

Die syrische Regierung versucht das Massaker in der Region Hama nun offensichtlich «Terroristen» zuzuschreiben. So bezeichnet das Regime in Damaskus seine politischen Gegner.

(Video: YouTube/Al-Jazeera) (sda)

Syrien-Freundesgruppe äussert ihre Besorgnis über anhaltende Gewalt

Angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien wächst die Sorge über eine Ausweitung der Krise auf den gesamten Nahen Osten. Bei einem Treffen von Aussenministern der sogenannten Syrien-Freundesgruppe am Mittwochabend in Istanbul herrschte nach Angaben von Teilnehmern «grosse Besorgnis» über die andauernden Verstösse gegen den Friedensplan von Sondervermittler Kofi Annan.

Alle Minister seien sich einig darin gewesen, den Druck auf Machthaber Baschar al-Assad zu verstärken. Konkrete Beschlüsse wurden nicht bekannt.

Bei dem Treffen waren US-Aussenministerin Hillary Clinton, Frankreichs neuer Aussenminister Laurent Fabius, der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle sowie mehrere Ressortchefs aus der arabischen Welt dabei.

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