Massnahmenkritik in Wien - «Stimmung war nahe am Kippen» – 400 Anzeigen bei Corona-Demos

Lockdown-Demos in Österreich«Stimmung war nahe am Kippen» – 400 Anzeigen bei Corona-Demos

Tausende Menschen demonstrieren in Österreich gegen den Corona-Lockdown und die angekündigte Impfpflicht. Mehr dazu in diesem Ticker.

von
Newsdesk
In Wien demonstrieren Tausende gegen Corona-Massnahmen

Wegen eines neuen Lockdowns und einer angekündigten Impfpflicht kommt es in Wien zu einer grossen Demonstration. (Video: 20min)

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Sonntag, 21.11.2021

Polizei zieht Bilanz

An einer Pressekonferenz informierten der österreichische Innenminister Karl Nehammer und Franz Eigner, der Vize-Präsident der Landespolizeidirektion Wien, zu den Demonstrationen vom Samstagabend. Insgesamt habe es über 150'000 Kontrollen gegeben, Nehammer spricht von einer der «herausforderndsten Wochen» für die Polizei. Bei der Demonstration in Wien gab es insgesamt 400 Anzeigen. Eigner prangerte auch an, dass ein Polizeihubschrauber mit Laserpointern geblendet wurde. «Man mag sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn ein Helikopter in eine Menschenmenge hinunterrauscht.» Da die Stimmung «knapp am Kippen» gewesen sei, habe man sich zurückgezogen und auf weitere Strafen verzichtet, wie «heute.at» schreibt.

Samstag, 20.11.2021

40'000 Teilnehmende bei Demo in Wien

Die Wiener Polizei zieht Bilanz: «Die Stimmung war auf Seiten einiger Demonstrationsgruppen aufgeheizt und es kam immer wieder zu Störaktionen. Im Bereich des Burgtors musste die Polizei gegen aggressive Aktivisten und Aktivistinnen Pfefferspray einsetzen.»

Insgesamt zählte die Polizei 40'000 Demoteilnehmende. Mehrere Personen seien festgenommen worden. Eine genau Zahl der Festgenommenen könne noch nicht genannt werden.

Wieder werden Pyros gezündet

Gegen 19.15 Uhr formierte sich eine kleinere Demonstration von Antifaschisten und Antifaschistinnen. Auch dort kam Pyrotechnik zum Einsatz. Als die Polizei vor Ort eintraf, zerstreuten sich die Teilnehmenden der nicht bewilligten Spontandemo.

Zurzeit gibt es in Wien noch eine kleinere Corona-Demo mit Redebeiträgen am Stephansplatz.

FPÖ-Chef spricht von «Corona-Dikatur»

Während nur noch kleinere Gruppen durch die Wiener Innenstadt ziehen, gibt Herbert Kickl, Präsident der rechtspopulistischen FPÖ, ein Statement ab. «Das war heute ein unüberhörbares, aber gleichzeitig enorm diszipliniertes und völlig friedliches Zeichen des Freiheitswillens und des Widerstandes gegen diese türkis-grüne Corona-Diktatur und deren Zwangsmassnahmen. Unser Widerstand gegen diese Massnahmen von ÖVP und Grünen wird selbstverständlich auch in Zukunft fortgesetzt. Unser Dank gilt aber auch den Polizistinnen und Polizisten, die diese Veranstaltung so professionell, umsichtig und vorbildlich begleitet haben und damit die Wahrung unseres Grundrechts auf Versammlungsfreiheit möglich gemacht haben», so Kickl in einer Videobotschaft.

Der FPÖ-Chef war selber nicht vor Ort. Weil er sich mit dem Coronavirus angesteckt hatte, befindet er sich in Isolation.

Aggressive Stimmung in Wien

Ein Video auf Twitter zeigt, wie die Polizei Pfefferspray in die Menge sprüht und damit versucht, die Demonstrierenden zurückzudrängen. Ein Demonstrant wirft daraufhin brennendes Pyromaterial in Richtung der Polizeikräfte.

Innenminister verurteilt die Angriffe

Karl Nehammer, Bundesminister für Inneres, reagiert mit einem Statement auf die Angriffe auf Polizeibeamte und -beamtinnen: «Wenn im Zuge einer Versammlung – die von einer im Parlament vertretenen Partei organisiert und beworben wird – Polizisten und Polizistinnen angegriffen und strafbare Handlungen nach dem Verbotsgesetz gesetzt werden, ist das völlig inakzeptabel.»

Polizei antwortet mit Pfefferspray

Am Burgtor kommt es zu weiteren Angriffen auf die Polizei. Demonstrierende brüllen «Widerstand» und bewerfen Beamte und Beamtinnen mit Dosen und Flaschen, diese ziehen sich zurück und sprühen mit Pfefferspray in die Menge.

Schon zuvor kam es zu Attacken auf Polizeikräfte.

Die Stimmung scheint zu kippen

Die Lage am Burgtor wird laut Heute.at immer aufgeheizter. Demoteilnehmende würden versuchen, auf den Ballhausplatz zu kommen. Dieser ist jedoch abgesperrt.

Heute.at

Die Polizei erinnert per Lautsprecherdurchsage an die herrschende FFP2-Maskenpflicht. Das wird mit einem Pfeifkonzert quittiert. Demonstrierende stossen Beleidigungen gegenüber den Polizeikräften aus. Es werden erneut Pyros abgefeuert. «Die Stimmung scheint zu kippen», so ein «Heute»-Reporter vor Ort.

35'000 Demo-Teilnehmende

An der Demo in Wien haben laut Polizei rund 35'000 Menschen teilgenommen. Immer wieder wurde «Freiheit» skandiert. Viele Demonstrierende trugen keine FFP2-Masken und verstiessen damit gegen die Auflagen. Die Polizei war mit 1300 Beamtinnen und Beamten im Einsatz.

Unter die Demonstrierenden mischten sich nach Informationen der österreichischen Nachrichtenagentur APA auch bekannte Neonazis und weitere Personen aus dem rechtsextremen Umfeld. (DPA)

Pyrowürfe auf die Polizei

Auf Twitter kursieren Videos, die Demoteilnehmende zeigen, die Rauchpetarden und andere Gegenstände in Richtung von Polizisten und Polizistinnen werfen.

Werbung für gefälschte Impfpässe

Vermummte Demo-Teilnehmende gehen durch die Menge und verteilen kleine Kärtchen, auf denen ein Impfpass ohne Impfung versprochen wird.

Per QR-Code gelangt man auf einen Telegram-Kanal, in dem man angeblich Impfpässe schnell und günstig kaufen kann.

Demonstrant greift nach Polizeiwaffe

Wie «Oe24» berichtet, soll ein Demonstrant in Wien versucht haben, an die Dienstwaffe eines Polizisten zu gelangen. Dazu soll er dem Polizeibeamten an dessen Holster gegriffen haben. Der Versuch sei allerdings misslungen.

30'000 Menschen auf der Strasse

An den Wiener Protesten gegen die Corona-Massnahmen in Österreich haben nach neuen behördlichen Schätzungen rund 30'000 Menschen teilgenommen. Ein grosser Protestzug legte am Samstagnachmittag weite Teile des Verkehrs in der Wiener Innenstadt lahm. «Die Stimmung ist aufgeheizt», sagte ein Polizeisprecher. Es sei zu mehreren Festnahmen gekommen. Einige Teilnehmer warfen nach Beobachtungen von Medien Flaschen auf die Polizisten. (DPA)

Trychler in Wien

Videos, die auf Snapchat kursieren, zeigen eine Gruppe von Trychlern, die mit Glocken in der Menge mitlaufen.

Trychler marschieren in Wien mit

In der Nähe des Heldenplatzes marschiert eine Gruppe von Trychlern im Demonstrationszug mit. (Video: Snapchat)

Snapchat

Demo-Teilnehmer klettern auf Haltestelle

Vor der Oper beim Karlsplatz klettern Demo-Teilnehmer für Selfies auf eine Tramhaltestelle, auch Pyrotechnik wird wieder gezündet. Der Demozug ist mittlerweile auf weit über 10'000 Personen angewachsen.

Demoteilnehmer machen Selfies.

Demoteilnehmer machen Selfies.

Heute.at

Tumulte in Wien

Polizeibeamte, die Festnahmen und Identitätsfeststellungen durchführen, werden immer wieder von Vermummten mit Schlägen und Tritten attackiert, wie heute.at berichtet.

Friedliche Stimmung in Zürich

Während die Stimmung in Österreich aufgeheizt ist, bleibt es in Zürich ruhig. Die Kundgebung auf dem Turbinenplatz ist gut besucht, die Polizei hält sich im Hintergrund.

20 Minuten

Es sind mindestens 7000 Menschen in Wien

Nach Schätzungen der Polizei nahmen in Wien am frühen Nachmittag rund 7000 Menschen an der Corona-Demo teil. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Protests kritisieren den ab Montag verfügten Lockdown sowie die ab 2022 geltende Corona-Impfpflicht als Zwangsmassnahmen. Immer wieder skandieren sie «Freiheit».

Demo-Teilnehmende in Wien.

Demo-Teilnehmende in Wien.

AFP/Joe Klamar

Demo-Teilnehmende bewarfen die Polizei mit Eiern und Flaschen, doch diese hält sich bis jetzt zurück. «Es gibt bisher keine nennenswerten Zwischenfälle», sagte ein Sprecher. Die Lage sei aber dynamisch. Die Behörden gehen davon aus, dass sich der Zulauf verstärkt.

(DPA/mur)

Erste Ausschreitungen

Heute.at berichtet von ersten Ausschreitungen bei der Demo: Die Stimmung sei extrem aufgeheizt, Bierdosen und -flaschen sollen auf einschreitende Polizisten fliegen. Erste Festnahmen seien erfolgt. «Der Ton wird ruppiger, Vermummte provozieren die Polizei, die sich mittlerweile Schutzhelme übergezogen hat», berichtet ein Heute-Reporter vor Ort. Auch Eier fliegen auf Beamte und Polizeifahrzeuge.

PCR-Tests verzögern sich wegen Demo

Laut «Heute» hat die Demo in Wien Auswirkungen auf PCR-Tests, weil der Verkehr in der Innenstadt massiv beeinträchtigt sei. Erste Abgabestellen von PCR-Gurgeltests hätten darum angekündigt, dass es bei der Auswertung der Tests zu Verzögerungen kommen könne.

Demo-Teilnehmende in Wien.

Demo-Teilnehmende in Wien.

AFP/Joe Klamar
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