Streitthema Skilager: «Wieso die Kinder zum Skifahren zwingen?»
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Streitthema Skilager«Wieso die Kinder zum Skifahren zwingen?»

Zu faule Lehrer, zu faule Schüler, zu teuer, zu viel Verantwortung: Liest man die Kommentare der Leser, gibt es zahlreiche Gründe, Skilager abzuschaffen.

von
lis
Ausrüstung, Skipass, Unterkunft, Taschengeld - viele Eltern können oder wollen sich die Sportwoche für ihre Kinder gar nicht leisten.

Ausrüstung, Skipass, Unterkunft, Taschengeld - viele Eltern können oder wollen sich die Sportwoche für ihre Kinder gar nicht leisten.

In nur fünf Jahren wurden 26 Prozent der Skilager an den Schulen gestrichen. Mit mehr Geld für Wintersportlager von «Jugend und Sport» will der Bund diesem Trend nun entgegensteuern. Die Mehrheit der Teilnehmer einer Blitzumfrage von 20 Minuten Online findet die finanzielle Unterstützung prinzipiell positiv. Dennoch wird das Vorhaben unter den Lesern sehr kontrovers diskutiert.

So fragt Ernst Hugentobler, wieso man die Kinder zum Skifahren «zwingen» müsse. Dem stimmt Schüler Tobi zu: «Alle aus meiner Schule hassen das Skilager. Viel lieber möchten wir jedes Jahr ein Sommerlager!» Ältere Leser können dies wiederum nicht verstehen, verbinden sie doch schöne Erinnerungen mit ihren Skiferien von vor zwanzig Jahren. «Die heutige Jugend hat wohl verlernt, Spass zu haben ohne Alkohol und Handy. Das ist zu bedauern», enerviert sich Pascal.

Sind die Lehrer zu faul?

Ob es wirklich nur die heutige Jugend ist, die nicht will? Einige schieben die Schuld der fehlenden Skilager auf die Lehrer. So sieht Frank «die heutige Skilager-Misere darin, dass die Lehrer einfach zu faul sind und den Aufwand für die Organisation scheuen». G. L. bemerkt noch einen weiteren Punkt: «Ich denke, dass auch die Verantwortung ein Grund ist, dass die Lager nicht stattfinden. Ich möchte auch nicht die alleinige Verantwortung für eine Klasse Jugendlicher übernehmen.» Es geht aber auch andersrum, wie die Erfahrung von «E Mueter» zeigt: «Bei uns will der Lehrer, aber der Grossteil der Schüler nicht.»

Ein anderes Problem stellen die Kosten dar: Leserin «Mutter von 2 Kindern» weiss noch, dass sie lediglich Sackgeld mit in die Berge nehmen musste, «alle anderen Kosten wurden von der Schule getragen – und ich bin 33, das ist also noch nicht sooo lange her! Es wird immer am falschen Ort gespart!» Auch «Genervte Mutter» sieht die Kosten als Skilager-Killer: «Wieso soll ich mein Kind für 350 Franken fünf Tage ins Skilager schicken, wenn für den gleichen Betrag zwei meiner Kinder für 16 Tage ins Pfadilager können?»

Jeder Vierte fährt im Ausland Ski

Dass Skifahren in der Schweiz für viele zu teuer ist, zeigt auch eine nicht repräsentative Umfrage von 20 Minuten Online. Von den 4752 Teilnehmern fahren dieses Jahr knapp 40 Prozent in die Skiferien – ein Viertel von ihnen verbringt die Sportwoche aber nicht ausschliesslich im heimischen Skigebiet, sondern greift auf das benachbarte Ausland zurück, bevorzugt Österreich.

Egal ob Skipass oder Unterkunft, lediglich sechs beziehungsweise zehn Prozent finden die Preise in den Schweizer Skigebieten gerechtfertigt. Auf Platz zwei der Gründe geben die Teilnehmer an, dass «die Menschen im Ausland netter sind» (37 Prozent). Und auch der Après-Ski hierzulande kann für knapp einen Viertel mit dem Ausland nicht mithalten.

Was denken Sie: Sollten die Skilager ganz abgeschafft und in eine allgemeine Sportwoche investiert werden? Oder soll alles so bleiben, wie es ist? Fahren Sie überhaupt noch in die Winterferien? Schreiben Sie Ihre Meinung ins Kommentarfeld!

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