Aktualisiert 03.04.2020 11:36

Gute Frage

Wieso hat dieses deutsche Dorf so viele Corona-Fälle?

Seit Mittwoch gilt eine strikte Ausgangssperre im deutschen Blumberg-Riedböhringen. Denn das idyllische Dorf nahe der Schweizer Grenze hat sich zu einem Corona-Hotspot entwickelt. Aber wieso?

von
gux
Ein Google-Earth-Ausschnitt des grenznahen Dorfes im Bundesland Baden-Württemberg.

Ein Google-Earth-Ausschnitt des grenznahen Dorfes im Bundesland Baden-Württemberg.

Ausgangssperre im idyllischen deutschen Dorf Blumberg-Riedböhringen gleich an der Schweizer Grenze: Seit Mittwoch dürfen die Bewohner nur noch mit Bewilligung auf die Strasse, während im Rest des Landes nur gewisse Einschränkungen für Aufenthalte im öffentlichen Raum gelten. Wer aber in Riedböhringen weder zum Arzt, zur Arbeit noch zum Lebensmitteleinkauf gehen muss, darf nicht auf die Strasse, wie deutsche Medien berichten.

Das liegt daran, dass sich in Blumberg-Riedböhringen ungewöhnlich viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben: Von 1000 Einwohnern wurden 22 positiv getestet. So musste der Bürgermeister des Ortes, Markus Keller, ein Machtwort sprechen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Zwei Erklärungen

Dass das Dorf nahe der Schweizer Grenze derart stark betroffen ist, erklärt sich Keller mit zwei Umständen: Zum einen habe der Ort ein reges Vereinsleben und die Einwohner stünden in viel Kontakt zueinander. Das habe die Ausbreitung des Virus wohl begünstigt, die Stärke des Ortes sei so zur Schwäche geworden, so Keller zur AZ. Zum anderen hätten sich wohl auch einige Einwohner im Skiort Ischgl infiziert, also in jener Tiroler Feriendestination, die als eine der Keimzellen gilt, aus der sich das Virus über ganz Europa verteilt hat.

Medizinisch sei man im Landkreis gut auf die Pandemie vorbereitet, versichert der Bürgermeister und weist darauf hin, dass seine Bürger allgemein grosses Verständnis für die seit Mittwoch geltenden Sperrmassnahmen aufbringen würden - abgesehen von ein paar wenigen «Hobby-Diplom-Virologen», die das Virus immer noch für eine normale Grippe hielten.

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