Frage an die Weltmacht – Wieso ist Chinas Ruf bei uns nicht besonders gut?
Publiziert

Frage an die WeltmachtWieso ist Chinas Ruf bei uns nicht besonders gut?

Generalkonsul Zhao zufolge wird China in der Schweiz geschätzt. Doch es bestehe eine Informationsasymmetrie. China-Experte Ralph Weber wundert das.

1 / 3
Der Ruf Chinas hat in den letzten zwei Jahren gelitten (im Bild:  Mitarbeitende des Gesundheitsdienstes während eines Corona-Lockdowns in der Provinz Zhejiang, Dezember 2021).

Der Ruf Chinas hat in den letzten zwei Jahren gelitten (im Bild: Mitarbeitende des Gesundheitsdienstes während eines Corona-Lockdowns in der Provinz Zhejiang, Dezember 2021).

VIA REUTERS
Der Ruf Chinas hat in vielen europäischen Ländern gerade in den letzten zwei Jahren gelitten (im Bild: Polizisten in Peking am 9. Oktober 2021).

Der Ruf Chinas hat in vielen europäischen Ländern gerade in den letzten zwei Jahren gelitten (im Bild: Polizisten in Peking am 9. Oktober 2021).

REUTERS
Generalkonsul Zhao: «Die Mehrheit  der Menschen in der Schweiz lobt die langjährige Freundschaft zwischen China und der Schweiz.»

Generalkonsul Zhao: «Die Mehrheit der Menschen in der Schweiz lobt die langjährige Freundschaft zwischen China und der Schweiz

Generalkonsulat VRC

Woran liegt es, dass Chinas Ruf unter der Schweizer Bevölkerung nicht besonders gut ist?

Generalkonsul Zhao : Ich glaube nicht, dass Ihre Aussage wissenschaftlich fundiert ist. Bei meinen Gesprächen mit Menschen aus allen Gesellschaftsschichten in der Schweiz habe ich in über drei Jahren festgestellt, dass die Mehrheit der Bevölkerung die langjährige Freundschaft zwischen China und der Schweiz lobt.Chinas weltbekannte Errungenschaften werden geschätzt und die Chancen, die Chinas Entwicklung ihrem Land, den Unternehmen und Einzelpersonen bietet, voll anerkannt.

Ich habe auch bemerkt, dass eine echte Informationsasymmetrie besteht. Die Medien sind eine wichtige Brücke, um die gegenseitigen Wahrnehmungen der Menschen beider Länder zu vermitteln.

Kommentar Ralph Weber

«Ein eigenwilliges Verständnis von Wissenschaft»

Universität Basel

Ralph Weber: «Generalkonsul Zhao meint, die Frage zu Chinas Ruf basiere auf nicht «wissenschaftlich fundierten» Aussagen. Das illustriert den spezifischen Szientismus der KP China: Wissenschaftlichkeit und auch Fakten richten sich letztlich nach den ideologischen Vorgaben der Partei.

Auch offenbart sich ein recht eigenwilliges Verständnis von Wissenschaft: Er referiert etwa auf «seine Gespräche mit Menschen in allen Gesellschaftsschichten in der Schweiz», was ja keineswegs ein wissenschaftlicher Zugang ist, sondern subjektiv und von Einzelfällen auf «die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung» schliessend. Dass der Ruf Chinas in vielen europäischen Ländern in den letzten zwei Jahren sehr viel eingebüsst hat, ist aber in der Tat äusserst gut belegt.»

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(gux)

Deine Meinung

0 Kommentare