Aktualisiert 31.07.2019 07:54

Flugzeugteile

Wieso kosten die Bord-Bildschirme 32'000 Fr.?

Flugzeugteile sind extrem teuer. Kostentreiber sind vor allem Sicherheitsanforderungen.

von
Raphael Knecht
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Ein GE90-Triebwerk kostet laut der Swiss 42 Millionen Franken. (Symbolbild)

Ein GE90-Triebwerk kostet laut der Swiss 42 Millionen Franken. (Symbolbild)

Keystone/Christian Beutler
Ein einziger Triebwerk-Bolzen kostet 1000 Franken. (Symbolbild)

Ein einziger Triebwerk-Bolzen kostet 1000 Franken. (Symbolbild)

Pixabay
Für ein sogenanntes Sharklet am Ende des Flügels muss man 385'000 Franken bezahlen. (Symbolbild)

Für ein sogenanntes Sharklet am Ende des Flügels muss man 385'000 Franken bezahlen. (Symbolbild)

Keystone/Christian Beutler

Der Listenpreis für eine Boeing 777 liegt bei rund 400 Millionen Franken. Eine Turbine des Typs GE90 allein kostet 42 Millionen Franken, wie die Swiss verrät. Die Triebwerke sind die mit Abstand teuersten Komponenten des Flugzeugs – doch auch andere Flugzeugteile haben einen hohen Preis.

So gibt die Swiss etwa an, dass das spezialisierte Winglet am Ende eines A320-Flügels 385'000 Franken kostet. Und für die Kaffeemaschine an Bord der A330 zahlt die Airline 12'500 Franken.

Bildschirm für 32'000 Franken

Man sieht es ihm nicht an, aber der kleine Overhead-Screen kostet laut der Swiss 32'000 Franken. «Die Kosten ergeben sich einerseits aus dem Eigenwert der Komponenten, andererseits aber auch aus den komplexen Prozessen für deren Einbau und den Anforderungen, die an sie gestellt werden», sagt Aviatik-Experte William Agius von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zu 20 Minuten.

Kostentreiber dürften bei den Bildschirmen in erster Linie die mit dem Einbau verbundenen Sicherheitsbestimmungen sein. Es muss etwa gewährleistet sein, dass das elektrische System brandgeschützt und von der Flugzeugelektronik getrennt ist.

20 Minuten durfte einen Blick in den Hangar von Helvetic Airways werfen – und hat auch dort nach den Preisen von dem einen oder anderen Einzelteil gefragt. (Video: 20M)

Herkunft zurückverfolgen

«Jedes Teil, das in einem Flugzeug eingebaut wird, muss zertifiziert sein», so Agius. Je nach Komponente seien die Anforderungen unterschiedlich. Für alle gilt aber, dass sie aus leichtem, nur schwer brennbarem Material sein müssen. Zudem müssen die Herkunft und der Hersteller der eingebauten Teile zurückverfolgt werden können.

Je nachdem, wie sich ein Ausfall auf die Sicherheit auswirken würde, gibt es weitere Auflagen. So hätte ein Ausfall der Kaffeemaschine nur geringe Auswirkungen auf die Integrität des Flugzeuges und kaum katastrophale Folgen: «Entsprechend sind die Anforderungen an eine solche Komponente wesentlich tiefer als etwa an ein Triebwerk, das im Reiseflug idealerweise nicht einfach abschalten sollte.»

Im Schnitt 50 Prozent Rabatt

Die Preise sind horrend, den offiziellen Listenpreis müssen die Airlines aber selten zahlen. Fluggesellschaften erhalten im Schnitt Rabatte von 50 Prozent, wie der «Aerotelegraph» schreibt. Bei sehr gefragten Modellen können die effektiven Preise die Listenpreise aber auch übersteigen. Die Schwankungen haben laut dem Bericht mit Angebot und Nachfrage sowie dem Konkurrenzkampf der Hersteller zu tun.

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