Frag Lilli - Wieso sorgt die richtige Atmung für besseren Sex?
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Frag LilliWieso sorgt die richtige Atmung für besseren Sex?

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von
Verein Lilli
Deborah Gonzalez
Die richtige Atmung ist wichtig, damit man sich beim Sex gehen lassen kann.

Die richtige Atmung ist wichtig, damit man sich beim Sex gehen lassen kann.

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Die Frage:

«Ich (m, 32) merke, dass es mir oft schwerfällt, mich beim Sex wirklich fallen zu lassen. Mir schiessen dann massenhaft Gedanken durch den Kopf und ich mache mir Sorgen, dass meine Freundin merkt, dass ich nicht bei der Sache bin. Ich bekomme Angst, dass sie dadurch weniger Spass am Sex mit mir hat. Auch ich kann den Sex dann nicht mehr richtig geniessen. Habt ihr einen Tipp?»

Das meint Lilli: 

Das Erste, was uns dazu einfällt, ist die Atmung. Es klingt, als wärst du während des Sexakts sehr von deinem Kopf abgelenkt. Deine Gedanken und Sorgen halten dich davon ab, wirklich zu spüren. Du nimmst deinen Körper weniger wahr. Dadurch sinkt deine sexuelle Erregung. In solchen Situationen hilft tiefe Bauchatmung. Sie wirkt doppelt: Zum einen fördert sie die Durchblutung im Körper und dadurch spürst du mehr. Zum anderen hilft dir tiefes Atmen dabei, ablenkende Gedanken und unangenehme Gefühle loszuwerden. Eine tiefe Atmung füttert sozusagen dein Körpergefühl und deine Selbstsicherheit.

Viele Menschen sind beim Sex ziemlich kurzatmig. Du bist sexuell erregt und das geht mit einer gewissen Körperspannung einher. Vielleicht ist auch die Stellung anstrengend. Wenn du deine sexuelle Erregung besser steuern, spüren und geniessen möchtest, hilft es dir, bis in den Bauch hinunter zu atmen. Dadurch kann sich deine sexuelle Erregung viel besser im ganzen Körper verteilen. Du spürst sie intensiver.

«Langsam ausatmen»

Kurze, flache Atmung fördert ein Gefühl von Stress und Angst. Das hängt mit deinem vegetativen Nervensystem zusammen. Es «liest» diese Art der Atmung als ein Zeichen von Gefahr. Daraus kann ein Teufelskreis entstehen: Du bist angespannt und kurzatmig, dein vegetatives Nervensystem denkt «Achtung! Gefahr!», du spannst dich noch mehr an und wirst noch kurzatmiger. Durch bewusstes und tiefes Atmen kannst du deine Aufregung, Sorge und Angst sehr gut besänftigen. Dein ganzer Körper beginnt sich zu entspannen und beruhigende Stoffe werden im Körper freigesetzt, die deinem Körper und Gehirn signalisieren, dass du in Sicherheit bist. Es wird dir dann leichter fallen, deine störenden Gedanken loszulassen.

Die beste Methode, um mit dem tiefen Atmen zu beginnen, ist, ganz lang auszuatmen. So bringst du das angespannte Zwerchfell wieder in Bewegung und zur Entspannung: Atme aus, bis nichts mehr aus deiner Lunge rauskommt. Dann ist das Zwerchfell völlig entspannt. Fürs nächste Einatmen musst du nicht aktiv sorgen, das passiert von selbst, wenn der Körper wieder Luft braucht. Wenn du unter Angst leidest, ist es wichtig, dass du bewusst und sehr langsam ausatmest. Du kannst zum Beispiel mehrere Atemzüge lang bewusst dreimal so lang ausatmen wie einatmen. Auf unserer Seite haben wir eine detaillierte Anleitung zum richtigen Atmen.

Achte während des Tages immer wieder drauf, wie du atmest und atme bewusst langsam mit Hilfe von Brust und Bauch. Du wirst merken, dass dich schon allein das Achten auf den Atem entspannt. Mit der Zeit wird es dir immer besser gelingen, automatisch so zu atmen.

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