Aktualisiert 13.08.2009 14:32

Freiheitsmedaille der USAWieso würgt Obama den Indianerhäuptling?

Von wegen würgen: US-Präsident Barack Obama hat einem Indianerhäuptling die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten von Amerika verliehen.

Joe Medicine Crow war eine von 16 Persönlichkeiten, die im Weissen Haus mit der Freiheitsmedaille geehrt wurden. Unter ihnen waren auch der südafrikanische Geistliche Desmond Tutu, der Physiker Stephen Hawking und der US-Schauspieler Sidney Poitier.

Alle mit der Freiheitsmedaille geehrten Persönlichkeiten kennzeichne die gemeinsame Überzeugung, dass weder Hautfarbe noch Geschlecht oder körperliche Schwäche eine Schranke für den menschlichen Geist bilden könnten, sagte Obama. Sie hätten gezeigt, «dass der wahrhaftigste Test für das Leben einer Person in dem besteht, was wir für einen anderen tun».

Den Indianerhäuptling Medicine Crow begrüsste Obama in der Sprache der Absarokee als einen «guten Mann». Sein Leben spiegele «nicht nur den Kämpfergeist des Crow-Volks, sondern auch Amerikas höchste Ideale» wider, sagte Obama am Mittwoch in Washington. Medicine Crow ist der letzte Kriegshäuptling in der Region der Plains - im Zweiten Weltkrieg kämpfte er in der Uniform der US-Streitkräfte mit indianischer Kriegsbemalung. Im vergangenen Jahr lernte Obama den Indianerhäuptling bei einem Wahlkampfauftritt kennen und wurde zum Ehrenmitglied von dessen Stamm ernannt. Die vor allem in Montana lebenden Indianer vom Stamm der Absarokee werden offiziell als Crow Nation (Krähen-Indianer) geführt.

Für Obama war es die erste Verleihung der «Presidential Medal of Freedom». Den fünfzackigen goldenen Stern überreichte er auch an den Bürgerrechtler Joseph Lowery, die ehemalige Richterin Sandra Day O'Connor, die gegen den Brustkrebs kämpfende Aktivistin Nancy Brinker und Tennisstar Billie Jean King. Der an Krebs erkrankte Senator Edward Kennedy wurde von seiner Tochter Kara vertreten.

Ebenfalls geehrt wurden die ehemalige irische Präsidentin und UN-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson, Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, die Sängerin Chita Rivera, die Medizinerin Janet Davison Rowley sowie Pedro Jose Gree, der eine Organisation zur medizinischen Versorgung von Obdachlosen gegründet hat. Posthum gingen zwei Freiheitsmedaillen an den ehemaligen republikanischen Abgeordneten Jack Kemp und an Harvey Milk, der sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzte und 1978 ermordet wurde. (dapd)

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