Weihnachtsstress: Wieviel Wut tut Ihnen gut?

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WeihnachtsstressWieviel Wut tut Ihnen gut?

Last-Minute-Christmas-Shopping, Aufräumen, Kochen und dann auch noch der Familienschlauch: Für so manchen ist Weihnachten der pure Stress. Aber warum macht uns der Festtagszauber eigentlich so aggressiv?

Seit Wochen weihnachtliche Dauerbeschallung in den Läden, Shopping in völlig überfüllten Geschäften und dann auch noch der alltäglich Stress im Büro. Als wenn das nicht schon genug wäre, drängelt sich dann auch noch kurz vor Ladenschluss eine Seniorin an der Käsetheke vor. «Gehts noch?» denkt sich da der eine und beruhigt sich schnell wieder. Bei anderen ein Grund, auszuflippen und die arglose, sich ihres Verhaltens unbewusste Dame, zwischen Gruyère, Tilsiter und Emmentaler lautstark zu diffamieren.

Gerade in der Vorweihnachtszeit liegen unsere Nerven blank: Zur ohnehin übervollen Agenda gesellen sich ständig zusätzliche Pendenzen - viele davon privater Natur. Ganz zu schweigen von anderen Nerv-Faktoren wie die akustische und visuelle Reizüberflutung sowie dem allgegenwärtigen Gedränge ebenfalls gereizter Mitmenschen, denen wir in den Strassen hilflos ausgeliefert sind.

Doch was passiert eigentlich mit uns, wenn die Wut in uns brodelt? «Die Wut ist eine Steigerung des Ärgers, die insbesondere dann erlebt wird, wenn man sich persönlich gekränkt fühlt», weiss Professor Ulrich Mees vom Institut für Psychologie der Universität Oldenburg in Deutschland. Gegenüber dem Portal «GesundheitPro.de» erklärte er weiter, dass Wut unsere persönliche Reaktion auf Missachtung ist - dabei ist es egal, ob wir uns in der Partnerschaft, im Beruf oder im öffentlichen Leben - also sogar an der Käsetheke - verletzt fühlen.

Woher kommt die Wut im Bauch?

Wie viele unserer Verhaltensweisen ist auch die Entstehung von Wut in der Evolutionsgeschichte zu finden. Unseren steinzeitlichen Vorfahren diente sie dazu, in kritischen Situationen eine Entscheidung zu treffen: Entweder flüchten oder kämpfen. Eine Entscheidung, die wir auch heute noch treffen müssen - sogar an der Käsetheke: Entweder innerlich «flüchten» und die Situation überspielen oder eben kämpfen - beziehungsweise, lautstark in die Offensive gehen und dem Ärger Luft machen. Letzteres kann ungemein befreiend wirken, vorausgesetzt man legt wenig Wert darauf, den ausgesuchten Käse von einer lächelnden Verkäuferin entgegenzunehmen.

(rre)

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