Asyl für Assange: Wikileaks: US-Botschafter warnt Schweiz
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Asyl für AssangeWikileaks: US-Botschafter warnt Schweiz

Der US-Gesandte Donald Beyer sagt, die Schweiz müsse es sich gut überlegen, bevor sie Wikileaks-Chef Julian Assange aufnimmt. Einige Schweizer Politiker wollen diesem Unterschlupf gewähren.

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rub

Erstmals äussert sich der amerikanische Botschafter in Bern zur Wikileaks-Affäre. Heftige Kritik übt Donald Beyer an Julian Assange, dem Gründer des Enthüllungsportals. «Seine Lecks sind ein Risiko für viele, viele Menschen», sagt Bayer in der Zeitung «Der Sonntag». Assange hatte Anfang November angekündigt, die Schweiz möglicherweise um Asyl zu ersuchen. Er sei nur in der Schweiz, in Kuba und Island sicher.

Der US-Botschafter mahnt die Schweiz indes zu Vorsicht. «Die Schweiz wird sehr sorgfältig überlegen müssen, ob sie jemanden, der vor der Justiz flüchtet, Unterschlupf gewähren möchte», sagt er. Beyer verweist darauf, dass gegen Assange in Schweden ein Haftbefehl erlassen worden sei und er auf der Interpol-Liste stehe – wegen des Verdachts auf Vergewaltigung. Im Interview mit der «SonntagsZeitung» lässt Beyer aber offen, wie sich die USA verhalten würden, wenn Assange tatsächlich Zuflucht in der Schweiz suchen würde.

Einige Schweizer Politiker wären bereit, Assange aufzunehmen. «Assange soll Asyl bekommen», fordert Juso-Präsident Cédric Wermuth gegenüber dem «Sonntag». «Die Schweiz soll ihm Schutz bieten», sagt auch der grüne Nationalrat Bastien Girod. Als einzige Partei fordert die Piratenpartei bereits seit drei Wochen Asyl für Julian Assange.

«Schweiz überhaupt nicht frustrierend»

US-Botschafter Beyer betont, das gute Verhältnis zwischen den USA und der Schweiz sei nicht gefährdet. «Wir müssen uns keine Sorgen machen. Beide Seiten wissen, wie nahe sich die Schweiz und die USA stehen», zitiert ihn die «SonntagsZeitung». Und im Interview mit dem «Sonntag» sagt er: «Es kam in der Schweiz praktisch nichts zum Vorschein, das peinlich wäre. In anderen Ländern der Welt ist das schwieriger.»

«Assange sollte ermordet werden»

Beyer distanziert sich von den Aussagen seines Vorgängers Peter Coneway, der gemäss den von Wikileaks veröffentlichten Depeschen die Schweiz als «frustrierende Alpendemokratie» bezeichnete. Der neue Botschafter sagt dazu: «Meine Frau und ich finden die Schweiz überhaupt nicht frustrierend.» Sein Vorgänger habe George W. Bush vertreten, er selber vertrete nun die Regierung Obama: «Es war eine andere Zeit und eine andere Situation.» Gegenüber der «SonntagsZeitung» bezeichnet Beyer auch die Zusammenarbeit mit den Bundesrätinnen Widmer-Schlumpf, Calmy-Rey und Leuthard «alles andere als frustrierend».

Bis zu 2000 Anfragen pro Sekunde

Das neu über eine Schweizer Internet-Adresse erreichbare Wikileaks hat enorme Zugriffszahlen. Pro Sekunde gibt es auf allen 10 Nameservern bis zu 2000 Anfragen, wie der Präsident der Piratenpartei Schweiz (PPS), Denis Simonet, gegenüber der Zeitung «Der Sonntag» bestätigt. Die Server würden underdessen bei 5 Providern stehen. Konkrete Hacker-Attacken seien bisher nicht festgestellt worden. Auf den Inhalt der Seite habe die Piratenpartei keinen Einfluss, so Simonet weiter. Man biete Wikileaks-Gründer Julian Assange lediglich eine Hilfeleistung bei der Weiterleitung. Die Domain wikileaks.ch gehört jedoch der Piratenpartei.

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