17.04.2015 02:10

HackerangriffWikileaks veröffentlicht interne Sony-Papiere

Fünf Monate nach dem Hackerangriff auf Sony stellt Wikileaks die gestohlenen Dokumente nun online. Die Rechtfertigung: Sony nehme Einfluss auf die US-Regierung.

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Nachdem die umstrittene Satire «The Interview» über die Weihnachtsfeiertage doch noch veröffentlicht wurde, hat sich der Streifen in Rekordzeit zum erfolgreichsten Online-Movie von Sony Pictures gemausert.

Nachdem die umstrittene Satire «The Interview» über die Weihnachtsfeiertage doch noch veröffentlicht wurde, hat sich der Streifen in Rekordzeit zum erfolgreichsten Online-Movie von Sony Pictures gemausert.

Sony Pictures
Nicht nur im Netz schlug der Film in den vergangenen Wochen hohe Wellen, worauf zahlreiche Nutzer Kommentare zu dem Thema abgaben, wie hier auf Twitter bildlich dargestellt.

Nicht nur im Netz schlug der Film in den vergangenen Wochen hohe Wellen, worauf zahlreiche Nutzer Kommentare zu dem Thema abgaben, wie hier auf Twitter bildlich dargestellt.

Twitter
In den USA und Kanada kann der Film nicht nur in diversen Kinos geguckt werden. Auch auf den Online-Plattformen von Sony (Playstation Network), Microsoft (Xbox Live), Google Play, Youtube und iTunes steht der Film zur Miete oder zum Kauf bereit.

In den USA und Kanada kann der Film nicht nur in diversen Kinos geguckt werden. Auch auf den Online-Plattformen von Sony (Playstation Network), Microsoft (Xbox Live), Google Play, Youtube und iTunes steht der Film zur Miete oder zum Kauf bereit.

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Bereitgestellt würden 30'287 Dokumente des in den USA ansässigen Konzerns sowie 173'132 E-Mails aus seinem Schriftwechsel mit mehr als 2'200 Adressaten, teilte Wikileaks am Donnerstag (Ortszeit) mit. Dies Unterlagen könnten für Recherchezwecke nach Namen oder anderen Begriffen durchsucht werden.

Die Unterlagen böten «einen seltenen Einblick in die inneren Abläufe eines grossen, verschlossenen mulitnationalen Unternehmens», hiess es in der Wikileaks-Mitteilung. Die nach dem Hackerangriff veröffentlichten Unterlagen hätten bis jetzt nicht nach Suchbegriffen durchsucht werden können

Zudem seien rasch aus dem Internet entfernt worden, bevor die Öffentlichkeit sie habe einsehen und auswerten können.

Wikileaks rechtfertigt Veröffentlichung

Laut Wikileaks hat Sony Pictures Verbindungen zum Weissen Haus, zur Demokratischen Partei von Präsident Barack Obama sowie zur Rüstungsindustrie und könne Einfluss auf die Gesetzgebung in den USA nehmen.

Ausserdem seien die nun veröffentlichten Unternehmensunterlagen «berichtenswert», weil sie «im Zentrum eines geopolitischen Konflikts» stünden, schrieb Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange. «Das gehört in die Öffentlichkeit. Wikileaks wird sicherstellen, dass es dort bleibt», fügte der Australier hinzu.

Sony war im November von Hackern angegriffen worden, persönliche Daten von 47'000 Mitarbeitern sowie von Dritten, unter ihnen auch Stars, wurden veröffentlicht. Auch Informationen über die Konzernfinanzen, Drehbücher und fünf Filmproduktionen wurden verbreitet.

Sony verurteilt Aktion

Die Hacker forderten Sony Pictures auf, den Film «The Interview» nicht zu veröffentlichen. In dem Streifen geht es um ein fiktives CIA-Mordkomplott gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Das Weisse Haus warf Nordkorea vor, hinter der Cyber-Attacke zu stehen.

Sony verurteilte das Vorgehen von Wikileaks. Die Enthüllungsplattform spiele den Hackern in die Hände, die den Sony-Mitarbeitern schaden wollten, erklärte das Unternehmen. Bei dem Hackerangriff habe es sich um einen «bösartigen kriminellen Akt» gehandelt und nun veröffentliche auch Wikileaks gestohlenes Material. (sda)

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