Türkei: Wikileaks zwingt Obama zu Erklärungen
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TürkeiWikileaks zwingt Obama zu Erklärungen

Schwieriges Telefonat für Barack Obama: Nach den Wikileaks-Enthüllungen musste er beim türkischen Regierungschef zu Kreuze kriechen.

Obama: Telefonat mit Amtskollege Erdogan. (Bild: AP)

Obama: Telefonat mit Amtskollege Erdogan. (Bild: AP)

Das Büro des türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan teilte gestern mit, Obama habe dem Regierungschef am Samstag telefonisch versichert, die Depeschen spiegelten nicht die Sicht der derzeitigen US-Regierung wider. In dem Telefongespräch habe Obama die Veröffentlichung vertraulicher Dokumente als «bedauernswerte Taten» bezeichnet.

Hintergrund des Anrufs war die wütende Reaktion Erdogans auf die von Wikileaks veröffentlichte Einschätzung von US-Diplomaten. Die Amerikaner hatten sich in den Papieren kritisch und zum Teil gehässig gegenüber Erdogan und über das Land geäussert, mit dem Obama eigentlich eine «Modell-Partnerschaft» pflegen will. Erdogan wurden unter anderem islamistische Tendenzen und ein unrealistisches Weltbild unterstellt. Auch wurde in den Dokumenten darüber spekuliert, ob der Ministerpräsident Geld auf Schweizer Konten parkiert habe. Die Depesche stammt angeblich aus dem Jahr 2004, der Regierungszeit von Präsident George W. Bush.

Erdogan hatte daraufhin von Verleumdung gesprochen und die Bestrafung der verantwortlichen Diplomaten gefordert. Laut der Mitteilung seines Büros versicherte der türkische Regierungschef dem US-Präsidenten nun, dass der Vorfall die Beziehungen beider Staaten nicht weiter belasten werde. (20 Minuten)

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