Image-Schaden: Wikipedia-Sperre wieder aufgehoben
Aktualisiert

Image-SchadenWikipedia-Sperre wieder aufgehoben

Der deutsche Bundestagsabgeordnete und ehemalige Stasi-Mitarbeiter Lutz Heilmann hat im Streit mit Wikipedia kapituliert: Die Seite wikipedia.de wird nicht mehr blockiert. Der Skandal hat der Onlineenzyklopädie zusätzliche Spendengelder in die Kasse gespült - und Heilmann einen Imageschaden eingebracht.

von
Manuel Bühlmann

Lutz Heilmann hat vorgemacht, wie man innerhalb kürzester Zeit den Hass der gesamten Blogosphäre auf sich zieht. Weil ihm ein Wikipedia-Beitrag zu seiner Person nicht passte, erwirkte er am vergangenen Samstag durch eine einstweilige Verfügung die Sperrung von wikipedia.de (20 Minuten Online berichtete). Anstelle der Startseite fanden Wissbegierige nur die Mitteilung: «Bis auf Weiteres muss das Angebot auf wikipedia.de in seiner bisherigen Form eingestellt werden».

In unzähligen Kommentaren wurde Heilmann, der es gewagt hatte, rechtlich gegen das Mitmach-Lexikon vorzugehen, mit Beschimpfungen überschüttet. Die Hasstiraden zeigten ihre Wirkung: In Form einer Pressemitteilung kündigte Heilmann am Sonntag an, keine juristischen Schritte gegen Wikimedia mehr unternehmen zu wollen: «Nachdem die falschen, ehrabschneidenden und deshalb mein Persönlichkeitsrecht verletzenden Inhalte weitgehend aus dem entsprechenden Artikel entfernt wurden, habe ich gegenüber dem Wikimedia e.V. erklärt, dass ich keine weiteren juristischen Schritte unternehmen werde und die Weiterleitung auf die Wikipedia-Inhalte wieder geschaltet werden kann», so der Bundestagsabgeordnete.

Für Wikimedia scheint sich der Streit mit dem Politiker in bare Münze auszuzahlen. So belief sich das Spendenaufkommen gemäss eigenen Angaben am ersten Tag der Sperre auf 16 000 Euro - mehr Geld, als durchschnittlich in einem Monat zusammenkommt. Der Imageschaden für Heilmann ist nicht bezifferbar - in der Blogosphäre ist sein Ruf allerdings ziemlich ramponiert.

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