Genf: Wild gewordener Rehbock greift vier Menschen an
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GenfWild gewordener Rehbock greift vier Menschen an

Innerhalb von nur zwei Tagen wurden in Collonge-Bellerive GE vier Personen von einem Rehbock attackiert. Experten rätseln nun, was das Tier dazu trieb.

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vro
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Ein Rehbock hat in Collonge-Bellerive GE in zwei Tagen vier Menschen angegriffen. (Symbolbild)

Ein Rehbock hat in Collonge-Bellerive GE in zwei Tagen vier Menschen angegriffen. (Symbolbild)

Colourbox/Pavlo Burdyak
Normalerweise gelten die Tiere als scheu.

Normalerweise gelten die Tiere als scheu.

Colourbox/Volodymyr Burdyak
Laut einem Experten ist es möglich, dass der Rehbock aufgrund seiner Hormone so aggressiv war.

Laut einem Experten ist es möglich, dass der Rehbock aufgrund seiner Hormone so aggressiv war.

Colourbox/Volodymyr Burdyak

Nur wenige Meter von Häusern entfernt hat ein brünstiger Rehbock im Juli innerhalb von zwei Tagen vier Personen angegriffen. Die Vorfälle ereigneten sich in Collonge-Bellerive GE und dauerten teilweise mehrere Minuten, berichtet die «Tribune de Genève». Ein Strassenarbeiter musste nach einer Attacke genäht werden.

Schliesslich hatten die Behörden genug. Um weitere Attacken zu vermeiden, wurde das Tier erschossen. «Diese Art von Aggression ist eine Ausnahme», sagt Alain Rauss, Chef der Genfer Umweltschutzbehörde. Eine vergleichbare Geschichte habe er in den letzten 20 Jahren nicht gehört. «Das Reh ist ein sehr scheues Tier, es hat Angst vor Menschen.»

20 Meter Abstand zu wilden Tieren

Um herauszufinden, weshalb das Tier derart durchgedreht ist, wurde der Kadaver untersucht. «Manche Rehe haben Würmer in der Schnauze, die sie wild werden lassen», so Rauss. Doch das traf hier nicht zu.

Stattdessen fiel den Experten etwas anderes auf: Die Hormonwerte des toten Tieres waren teilweise erhöht. «In der Brunftzeit sind die Männchen aggressiver», erklärt Rauss. «Manche Tiere verlieren dann jede Scheu vor dem Menschen und nehmen alles, was sich um sie herum bewegt, als potentielle Konkurrenz wahr.» Deshalb sollte man sich wilden Tieren nicht nähern. «Man weiss nie, welches Verhalten sie zeigen, selbst wenn sie verletzt sind.» Zu einem Reh sollte man deshalb immer mindestens 20 Meter Abstand halten.

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