Öko-Tourismus: Wilden Tieren ganz fair auf der Spur
Aktualisiert

Öko-TourismusWilden Tieren ganz fair auf der Spur

«Lasse nur Fussabdrücke zurück», lautet eine Reiseweisheit. In Südafrika ist das möglich. Neu kann man die Spitze des Schwarzen Kontinents ökologisch verträglich erkunden.

von
Reto Fehr

Um 7 Uhr ist es am Hafen von Gansbaai bei leichtem Regen kühl. Ein mit abenteuerlustigen Touristen beladenes Boot nach dem anderen verschwindet über die Wellen in der dichten Nebelsuppe. Sie alle haben ein Ziel: Weisse Haie finden. Auf dem Meer draussen wird das Wetter besser, die Köder für die «Big Whites» sind gelegt, jetzt beginnt das Warten.

Geduld und Glück, das sind oft die entscheidenden Zutaten auf Pirschfahrten im südlichen Afrika, wie wir schmerzlich erfahren müssen. Dafür erleben wir im Sanbona Wildlife Reserve unverhofft ein anderes Naturschauspiel: In der Halbwüste giesst es über Nacht so heftig, dass das Zeltdach rinnt. Ein sehr seltenes Phänomen im afrikanischen Sommer. Bei diesen Zeichen des Klimawandels beruhigt es unser Gewissen doppelt, dass wir Fair-Trade-Angebote nutzen, die auf nachhaltigen Öko-Tourismus setzen.

Egal ob die besuchten Unterkünfte oder die gebuchten Guides: Alle haben sich dem Fair-Trade-Tourism-Verfahren verschrieben. Die Grootbos Lodge in Gansbaai unterstützt beispielsweise die lokale Schule, der Wein beim Abendessen in der Phantom Forest Lodge bei Knysna kommt vom naheliegenden Rebberg, das verbrauchte Wasser im Sanbona Wildlife Reserve wird wieder aufbereitet. Gemäss dem Kuoni-Ferienreport 2010 entspricht dies einem steigenden Bedürfnis: Fast die Hälfte der Schweizer fliegt lieber in die Ferien, wenn sie wissen, dass sie dadurch die Einheimischen unterstützen sowie die Flora und Fauna bestmöglich schützen und erhalten.

Beim Tauchen mit den Weissen Haien unterstützt man beim White Shark Projects gleichzeitig die Erforschung der Meeresgiganten. Unser Ausharren auf dem schaukelnden Boot wird nach knapp einer Stunde belohnt. Wenige Meter vor dem sicheren Käfig schwimmen die Ungetüme vor unseren Taucherbrillen durch. Das Adrenalin schnellt in die Höhe. Neun Haie kommen insgesamt vorbei. Trotzdem sagt ein Guide: «Heute war ein langweiliger Tag.» Wenn Langeweile nur immer so atemberaubend wäre.

Impressionen vom White-Shark-Diving

Mit ruhigem Start ins Abenteuer

Das Grootbos Private Nature Reserve lädt mit herrlichem Meerblick und überwältigender Flora über Gansbaai zum Geniessen ein. Wer genug von der Ruhe hat, dem liegen Reitangebote, Strandwanderungen, Whale watching oder Shark Diving zu Füssen. www.grootbos.com

Sexy Kuriosum

Eine halbe Stunde vor dem Sanbona Wildlife Reserve auf der malerischen Route 62 steht mitten im Nirgendwo «Ronnie’s Sex Shop». Dabei handelt es sich eigentlich um eine ganz normale Bar. Das Wort «Sex» schrieben Freunde des Besitzers eines Nachts dazu, um mehr Leute anzulocken – man sagt, mit Erfolg. www.roniessexshop.co.za

Affenbesuch

Die Phantom Forest Lodge eignet sich als FTTSA-Unterkunft hervorragend für den Ausgangspunkt zur Garden Route. Im Wald ausserhalb des Städtchens Knysna kann es zum Frühstück unterhaltenden Affenbesuch geben. Der Geheimtipp: eine einsame Kanufahrt auf dem Knysna River. www.phantomforest.com

Warten auf die Haie

White Shark Projects bietet als Fair-Trade-Unternehmen in Gansbaai, rund zwei Stunden von Kapstadt entfernt, unvergessliche Momente mit freilebenden weissen Haien. Gesichert in einem Tauchkäfig mit maximalem Adrenalinschub. www.whitesharkprojects.co.za

Im Jacuzzi unter Sternen

Das Sanbona Wildlife Reserve beheimatet als einer von weltweit zwei Parks freilebende weisse Löwen. Wenn das Wetter mitspielt, ist der Sternenhimmel in der kleinen Karoo faszinierend - besonders vom Jacuzzi aus. www.sanbona.com

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