Urnäsch AR: Wildert ein Calanda-Wolf im Appenzellerland?
Aktualisiert

Urnäsch ARWildert ein Calanda-Wolf im Appenzellerland?

Bei Urnäsch im Kanton Appenzell Ausserrhoden hat ein Wolf ein Reh gerissen. Bereits im Juni letzten Jahres hatte sich der Wolf im Kanton herumgetrieben.

von
jeh
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Das Calanda-Wolfsrudel
Das Calanda-Wolfsrudel

Bereits im Dezember 2013 wurden Wölfe im Kanton St. Gallen entdeckt. In der Folge wuchs ein Rudel von rund zehn Tieren heran. Hier neun Tiere bei Valens.

ZVG
Schnappschuss einer der Wölfe aus dem Calandagebiet.

Schnappschuss einer der Wölfe aus dem Calandagebiet.

Amt für Jagd und Fischerei Graubünden
Nun sollen die Wölfe gar ein Kalb gerissen haben.

Nun sollen die Wölfe gar ein Kalb gerissen haben.

Amt für Jagd und Fischerei Graubünden

Dank des Hinweises eines Anwohners konnte der Ausserrhoder Wildhüter Roland Guntli am 19. März im Gebiet Sauböhl in Urnäsch eine gerissene Rehgeiss auffinden. «Es sah nicht nach einem typischen Riss eines Luchses aus», sagt Guntli. Das Tier sei hundeartig gerissen worden. Daraufhin habe der Wildhüter eine DNA-Probe angeordnet.

Zweiter Riss nach Heiden

Die Untersuchung der Probe am Laboratoire de Biologie de la Conservation der Universität Lausanne hat nun ergeben, dass sie von einem Wolf mit italienischer Herkunft ist. Dies gab die Jagdverwaltung des Kantons Appenzell Ausserrhoden am Freitag bekannt. Angaben zum Geschlecht und zur Abstammung des Tieres werden weitere Untersuchungen liefern. «Es ist gut möglich, dass es sich um einen Wolf aus dem Calanda-Rudel handelt. Genauso gut kann es aber auch irgendein anderer sein», sagt Heinz Nigg, Jagdverwalter des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Dies ist, nach dem Wolfsriss von zwei Milchschafen in Heiden im Juni letzten Jahres, bereits der zweite sichere Nachweis eines Wolfes in Appenzell Ausserrhoden.

Wolf ist wohl weitergezogen

«Dieser Riss kommt nicht wirklich überraschend», sagt Nigg. Seit dem Vorfall in Heiden habe man gewusst, dass sich der Wolf im Gebiet aufhalten kann. Deshalb könne es auch immer wieder zu Wolfsrissen kommen.

Seit dem Auffinden des gerissenen Rehs sind im Gebiet des Appenzeller Hinterlandes keine weiteren Funde von gerissenem Wild gemacht worden. Ebenso liegen der Jagdverwaltung keine Meldungen von Rissen von Haustieren vor. Da seither auch sonst keine ungewöhnlichen Beobachtungen gemeldet worden sind, geht die Jagdverwaltung davon aus, dass der Wolf höchstwahrscheinlich nicht mehr im Gebiet weilt und weitergezogen ist.

Besonders auf eigene Tiere achten

Dennoch habe man die Schlüsselpersonen der Landwirtschaft im Kanton kontaktiert und Merkblätter verteilt. Weitere Massnahmen werden nicht ergriffen. Tierbesitzern wird empfohlen, besonders auf ihre Tiere aufzupassen. «Vor allem nachts sollte man seine Tiere in der Nähe des Stalls oder des Hauses haben», sagt Nigg.

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