Drogenrazzia in Rio de Janeiro - Wildes Feuergefecht in Slum von Rio hinterlässt 25 Tote
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Drogenrazzia in Rio de JaneiroWildes Feuergefecht in Slum von Rio hinterlässt 25 Tote

Brasilianische Sicherheitskräfte rückten mit einem Grossaufgebot an, um Drogenhändler in dem Armenviertel Jacarezinho festzunehmen. Mindestens 25 Menschen wurden dabei getötet.

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Am 6. Mai 2021 fand in einer Favela (einem Armenviertel) in Rio de Janeiro eine Drogenrazzia statt, die sich gegen Drogenhändler richtete, die beschuldigt werden, Minderjährige für ihre illegalen Aktivitäten zu rekrutieren. 

Am 6. Mai 2021 fand in einer Favela (einem Armenviertel) in Rio de Janeiro eine Drogenrazzia statt, die sich gegen Drogenhändler richtete, die beschuldigt werden, Minderjährige für ihre illegalen Aktivitäten zu rekrutieren.

AFP
Die Favela Jacarezinho ist eine Hochburg der Bande «Comando Vermelho» («Rotes Kommando»), die als grösste Verbrecherorganisation Rio de Janeiros gilt.

Die Favela Jacarezinho ist eine Hochburg der Bande «Comando Vermelho» («Rotes Kommando»), die als grösste Verbrecherorganisation Rio de Janeiros gilt.

Jose Lucena/TheNEWS2 via ZUMA Wire/dpa
Mindestens 25 Menschen sind bei einem Grosseinsatz getötet worden. 

Mindestens 25 Menschen sind bei einem Grosseinsatz getötet worden.

Jose Lucena/TheNEWS2 via ZUMA Wire/dpa

Darum gehts

  • Eine Drogenrazzia in einer Favela von Rio de Janeiro ist in ein wildes Feuergefecht mit mindestens 25 Toten eskaliert.

  • Die Aktion wurden von einem Polizeihelikopter gefilmt.

  • Auf Bildern eines lokalen Fernsehsenders war zu sehen, wie schwer bewaffnete Männer flohen, indem sie von Dach zu Dach sprangen.

Bei einem Polizei-Einsatz in einer Favela der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro sind mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Bei den Opfern handelt es sich um 24 Verdächtige und einen Polizisten, wie das Nachrichtenportal G1 unter Berufung auf die Polizei am Donnerstag berichtete. Zwei Fahrgäste der Metro, die in der Nähe der Favela Jacarezinho vorbeiführt, wurden laut dem Bericht in einem U-Bahn-Wagen angeschossen und überlebten. Weitere Personen wurden demnach leicht verletzt.

Die Favela Jacarezinho gilt als einer der Stützpunkte des «Comando Vermelho» («Rotes Kommando») im Norden Rios, den dieses unter anderem mit Barrikaden schützt. Mächtige Verbrechersyndikate wie das «Comando Vermelho» und eine Reihe kleinerer Banden ringen in den Armenvierteln um die Kontrolle von Drogenhandel und Schutzgeldgeschäft.

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Angesichts heftiger Schusswechsel und Explosionen konnten Bewohner, unter ihnen eine Braut und eine Schwangere, ihre Häuser nicht verlassen. Eine Klinik musste geschlossen bleiben. Bei der Aktion flog ein Polizeihelikopter niedrig über der Favela, mit mehr als 40’000 Einwohnern eines der grössten Elendsviertel Rios. Auf Bildern eines lokalen Fernsehsenders war zu sehen, wie schwer bewaffnete Männer flohen, indem sie von Dach zu Dach sprangen. Anwohner luden in den Online-Netzwerken Videos von Explosionen und schweren Gefechten hoch.

Die U-Bahn-Linie stellte später vorübergehend wegen der «intensiven Schiesserei» den Betrieb ein, wie das Verkehrsunternehmen mitteilte. Der App «Fogo Cruzado» («Kreuzfeuer») zufolge, die seit 2016 Daten über bewaffnete Gewalt sammelt, ist es die Polizei-Operation mit den meisten Toten in einer Favela Rios seit dem Beginn der Erhebung.

Bande mit «kriegsähnlichen Strukturen»

Die Aktion am Donnerstag habe Ermittlungen gedient, um herauszufinden wie das «Comando Vermelho» Jugendliche rekrutiere, um Züge zu entführen und andere Straftaten zu begehen, hiess es in einer Polizeimitteilung. Die Bande habe «kriegsähnliche Strukturen und mit Gewehren, Handgranaten, kugelsicheren Westen, Pistolen, Tarnkleidung und anderen militärischen Gegenständen» ausgerüstete Soldaten.

Die Beobachtungsstelle für Öffentliche Sicherheit an der Universität Candido Mendes teilte mit, in diesem Jahr habe es mindestens zwölf Polizeiaktionen in Rio mit drei und mehr Toten gegeben. Die Razzia vom Donnerstag sei die blutigste in der jüngeren Geschichte der Stadt, sagte der Direktor der Beobachtungsstelle, Silvio Ramos.

Im Juli hatte der Oberste Gerichtshof in Brasília Polizei-Einsätze in Favelas während der Corona-Pandemie ausgesetzt. Diese sind nur in «absoluten Ausnahmefällen» erlaubt.

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(AFP/DPA/kle)

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