19.09.2020 09:29

Tote Wölfe und Luchse Wildhüter im Wallis unter Wilderei-Verdacht

Im Wallis werden drei Wildhüter beschuldigt, Raubtiere im Kanton ohne Bewilligung zu erschiessen. Einer der Männer posierte auf einem Foto mit einem toten Luchs in den Händen.

von
Sven Forster
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«Ein guter Luchs ist ein toter Luchs» – Diese Devise soll lange Zeit in der kantonalen Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere geherrscht haben. 

«Ein guter Luchs ist ein toter Luchs» – Diese Devise soll lange Zeit in der kantonalen Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere geherrscht haben.

KEYSTONE
Im Wallis werden drei Wildhüter beschuldigt, sich der Wilderei schuldig gemacht zu haben. 

Im Wallis werden drei Wildhüter beschuldigt, sich der Wilderei schuldig gemacht zu haben.

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Der Blick-Zeitung liegen Fotos vor, wie ein noch aktiver Wildhüter mit einem toten Luchs in den Händen posiert. 

Der Blick-Zeitung liegen Fotos vor, wie ein noch aktiver Wildhüter mit einem toten Luchs in den Händen posiert.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Gegen drei Walliser Wildhüter werden schwere Vorwürfe erhoben.
  • Zeugen werfen den Männern Wilderei vor.
  • Einer der Wildhüter posierte auf einem Foto mit einem toten Luchs.

Wildhüter sind für den Schutz von Wildtieren zuständig. Wie der «Blick» schreibt, stehen im Kanton Wallis allerdings drei Wildhüter unter Wilderei-Verdacht. Gegen einen noch aktiven Wildhüter laufen derzeit auch mehrere Strafverfahren. Dem Mann wird vorgeworfen, zwei Adler bei sich zu Hause gefangen zu halten und illegal einen Hirsch in einem Jagdbanngebiet erschossen zu haben.

Die Zeitung veröffentlicht ausserdem ein Bild, das den Wildhüter mit einem toten Luchs in den Händen zeigt. Das Brisante daran: Im Süden des Kanton Wallis leben trotz idealer Bedingungen keine Luchse. Es besteht schon länger der Verdacht, dass Wilderer die Tiere bereits töten, wenn sie den Kanton betreten. Der Wildhüter soll ausserdem Jäger aufgefordert haben, Luchse zu schiessen. «Er sagte, es sei unser Job, die Raubtiere im Wallis zu vernichten,» so ein Jäger, der anonym bleiben will.

«Ein guter Luchs ist ein toter Luchs»

Neben dem noch aktiven Wildhüter stehen zwei ehemalige Wildhüter im Fokus. Einer der beiden arbeitet noch immer als Hilfswildhüter im Kanton. Gegenüber zwei Naturfotografen soll der Mann gesagt haben: Man wolle keine Luchse – man schiesse sie. Auch ein weiterer ehemaliger Wildhüter ist gegen Raubtiere im Kanton. Ein Bauer aus der Gegend sagt: «Er schoss als Wildhüter einen Luchs – und erzählte das allen, die es hören wollten.» Auch als Privatperson sei er weiter mit dem Gewehr unterwegs, «mit dem Traum, noch viele Grossraubtiere zu schiessen».

Bei den drei Personen soll es sich nicht um Einzelfälle halten. Wie das Westschweizer Fernsehen berichtet, sagte ein Mitarbeiter der kantonalen Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere, dass auf der Dienststelle lange die Maximel galt: «Ein guter Luchs ist ein toter Luchs.» Die Wildhüter nahmen keine Stellung gegenüber dem «Blick».

Abstimmung zum Jagdgesetz

Das eidgenössische Jagd- und Wildtierschutzgesetz regelt, welche Wildtiere geschützt sind, welche Tierarten gejagt werden dürfen und wann Schonzeiten gelten. Die eidgenössischen Räte beschlossen im vergangenen Jahr, den Schutz der Wölfe und anderer Arten zu lockern.

Die Behörden sollen die Bestandesregulierung erlauben dürfen, ohne dass Wölfe Schaden angerichtet haben und ohne dass zuvor Schutzmassnahmen ergriffen werden müssen. Auch in Jagdbanngebieten sollen Wölfe abgeschossen werden dürfen. Umwelt- und Tierschutzverbände haben das Referendum ergriffen. Sie argumentieren, dass das Gesetz dem Artenschutz zu wenig Rechnung trage. Am 27. September findet die eidgenössische Abstimmung statt.

(SDA)

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173 Kommentare
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ben

20.09.2020, 14:38

Ein toter Jäger ist ein guter Jäger.

Jonny

20.09.2020, 10:49

Mit den Kommentaren habe ich sehr grosse Fragezeichen. Was da die "Auswerter" spielen das ist höchst unübersichtlich und vermutlich überhaupt nicht mehr Sachlich. Der grosser Verdacht von Steuerung wie es gerade passt. Ich pfeife darauf. So hat diese Zeitung keine Zukunft.

Uptodate

20.09.2020, 09:07

Wieso wird hier ein Artikel publiziert, der über einen Vorfall vom Jahre 2015 berichtet? Ein gutes Beispiel, wie die Medien die Menschen manipulieren.