Aktualisiert 05.07.2012 20:51

Tierheim im StressWildkatzen erobern Basel

Verwilderte Katzen bekommen in diesen Monaten Nachwuchs: Das Tierheim beider Basel stösst an seine Grenzen.

von
Chris Stoecklin
Béatrice Kirn kümmert sich um die gefundenen Katzenbabys.

Béatrice Kirn kümmert sich um die gefundenen Katzenbabys.

Es miaut überall in der Stadt. Das Tierheim platzt aus allen Nähten, die Zwinger sind voll: «Wir erwarten in den nächsten zwei Wochen über 40 Katzen. Wir haben praktisch keinen Platz mehr», sagt Béatrice Kirn, Leiterin des Tierschutzes beider Basel.

Denn zur jährlich zunehmenden Anzahl Pensionskatzen, die während der Ferien im Heim leben, kommt eine neue «Klientel»: verwilderte Katzen. Kirn: «Wir haben zwölf Fallen aufgestellt, um Wildkatzen zu fangen. Diese leben in Kolonien vor allem beim Stücki, der Novartis und in Familiengärten.» Die verwilderten Hauskatzen bringen in diesen Monaten ihre Jungen zur Welt. Erst am Mittwoch wurden 8 Jungtiere bei einem Bauernhof eingesammelt.

Impfung schützt vor Krankheiten

Schätzungen, wie viele verwilderte Katzen in Basel und Region herumstreunen, wurden bisher nicht erhoben. «Es ist ungemein schwer, eine verwilderte Katze von einer Hauskatze auf ihrem täglichen Freigang zu unterscheiden», so Michel Laszlo, Leiter des Veterinäramts Basel-Stadt.

Problematisch sei, dass sich die Wildkatzen untereinander mit Krankheiten anstecken. Diese können tödlich enden. Auch Hauskatzen mit Auslauf sind gefährdet: «Nur mit einer Impfung können Besitzer ihre Tiere vor Erkrankungen schützen», so Laszlo.

Noch fehlen 6,1 Millionen

Das provisorische Tierheim in Münchenstein ist zu klein: Gemäss der neuen Tierschutzordnung brauchen die Tiere mehr Platz. Der Tierschutz beider Basel steht unter Druck. Es ist schwierig, das Geld für den nötigen Neubau aufzutreiben – 6,1 Mio. Franken fehlen noch. Das Haupteinnahmegeschäft mit den «Pensionsgästen» während der Ferien ist aufgrund der überfüllten Käfige gefährdet. «Wir brauchen die Gönner mehr denn je», so Leiterin Béatrice Kirn.

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