Das geht an die Substanz: Wildpinkler bedrohen das Ulmer Münster
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Das geht an die SubstanzWildpinkler bedrohen das Ulmer Münster

Das Ulmer Münster hat mit 161,53 Metern den höchsten Kirchturm der Welt. Doch Wildpinkler gefährden das gotische Bauwerk von unten.

von
gux
Säuren und Salze vom Urin von Wildpinklern gehen dem Wahrzeichen Ulms im wahrsten Sinne des Wortes an die Substanz.

Säuren und Salze vom Urin von Wildpinklern gehen dem Wahrzeichen Ulms im wahrsten Sinne des Wortes an die Substanz.

Deutsche Zentrale für Tourismus/ Ralf Brunner

Mehr als 160 Meter hoch ist der Turm des Ulmer Münsters. Weltrekord. Rekordverdächtig sind auch die Mengen an Urin, die dem gotischen Bauwerk an die Substanz gehen. Vor einem halben Jahr gab es deshalb eine grosse Wildpinkler-Debatte in Ulm. Daraufhin wurden die Bussen für das öffentliche Urinieren von 50 auf 100 Euro erhöht.

Doch das alles scheint nichts geholfen zu haben: In den seitlichen Nischen zersetzt Urin den Stein und die Bausubstanz – während die Kirche oben für Millionenbeträge restauriert wird, wie die «Südwest Presse» schreibt.

«Wieder alles vollgepinkelt und vollgekotzt»

«Ich habe das wieder ein halbes Jahr beobachtet – und wieder ist alles vollgepinkelt und vollgekotzt», enerviert sich Münsterbaumeister Michael Hilbert. «Ich bin nicht die Pinkelpolizei, aber da geht es um Wahrung öffentlicher Ordnung.»

Dass auf dem Platz vor dem Münster das ganze Jahr zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, macht es für die Ordnungshüter nicht leichter. Kommt hinzu, dass Wirte und Veranstalter offenbar zu wenig kostenfreie WCs zur Verfügung stellen.

Ordnungsdienst und Polizei würden verstärkt kontrollieren und die Veranstalter auf das Problem hingewiesen, rechtfertigt sich die Stadt. Am Stadtfest Ulms sei der Südteil des Münsters sogar komplett abgesperrt worden.

Die Behörden müssen aber auch eingestehen, dass die Zahl der Vorfälle mehr oder weniger unverändert geblieben ist. Auch sei bislang noch niemand auf frischer Tat ertappt worden. «Eine Lösung, die auch die Verhältnismässigkeit der Mittel wahrt, gibt es wahrscheinlich nicht, solange es Menschen gibt», teilte eine Sprecherin gemäss «Südwest Presse» mit.

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