Soziale Plattform: Wiler bietet Kinderkleidersets für einen Einfränkler pro Tag an
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Soziale PlattformWiler bietet Kinderkleidersets für einen Einfränkler pro Tag an

Raphael Wobmann aus Wil SG lanciert die Plattform zendoo.ch, auf der man Kinderkleider-Sets in verschiedenen Grössen für einen Franken pro Tag mieten kann. Später soll man auch selbst Kleider darauf anbieten können.

von
Adriel Monostori
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Der 37-jährige Raphael Wobmann lanciert eine Plattform für Kinderkleider.

Der 37-jährige Raphael Wobmann lanciert eine Plattform für Kinderkleider.

Raphael Wobmann
Auf zendoo.ch kann man Kinderkleider-Sets mit mindestens 25 Kleidungsstücken mieten.

Auf zendoo.ch kann man Kinderkleider-Sets mit mindestens 25 Kleidungsstücken mieten.

Raphael Wobmann
Jedes Set kostet einen Franken pro Tag.

Jedes Set kostet einen Franken pro Tag.

Raphael Wobmann

Darum gehts

  • Auf zendoo.ch kann man Kinderkleider-Sets für einen Franken pro Tag mieten.

  • In jedem Set hat es mindestens 25 Unisex-Kleidungsstücke.

  • Hinter der Idee steckt auch ein klimatechnischer Aspekt.

  • Die soziale Plattform soll noch weiterentwickelt werden, später soll man eigene Kleider anbieten können.

Kinderkleider mieten statt kaufen – das bietet Raphael Wobmann aus Wil SG auf seiner kürzlich lancierten Plattform zendoo.ch an. Interessierte können dort Kinderkleidersets von mindestens 25 Unisex-Stücken in den gewünschten Grössen für den Preis von einem Franken pro Tag mieten. «Kinder wachsen halt. So passiert es schnell, dass die Kleidungsstücke nicht mehr passen», sagt der 37-Jährige. Motiviert habe ihn vor allem der Umweltaspekt. «Es ist klimatechnisch sinnvoller Kleider so lange zu tragen bis sie kaputt gehen anstatt sie wegzuwerfen, wenn die Kinder nicht mehr hineinpassen», sagt der Wiler.

Wenn etwas kaputt geht oder dreckig wird, müsse man dafür nichts bezahlen. Auf der Webseite steht dazu: «Dann passiert nichts, weil Kinder umgeben sind von Tomatensaucen, lustigen Schlammpfützen und manchmal auch einfach gerne mal an ihren Kinderkleidern rumbeissen.» Die kaputten Kleider werden am Ende der Mietzeit aus dem Set ausgeschlossen. Unterwäsche sei nicht in den Sets enthalten.

Früher gestartet, weil die Läden zu sind

Wobmann baute bereits verschiedene soziale Plattformen auf. Er sieht sich als Geschäftsmann, der soziale Probleme sieht und versucht, Plattformen zu entwickeln, um die Probleme zu lösen. Zendoo.ch sei noch in der Betaversion. «Sie ist jetzt schon draussen, weil es momentan durch die Schliessung der Läden für einige Eltern schwierig ist, für ihre Kinder Kleider zu einem angemessenen Preis zu finden», so der 37-Jährige. In der jetzigen ersten Phase möchte er Erfahrungen sammeln, um herauszufinden, wie die Plattform am attraktivsten ist. Bisher wurden noch keine Kleidungs-Sets vermietet.

Später will Wobmann die Plattform so ausbauen, dass jede Person die Kleider ihrer Kinder hochladen und anbieten kann. «Viele haben einen Keller voller alter Kinderkleider, die einfach nur herumliegen», sagt er. Davon sollen alle profitieren. «Die Anbieter profitieren davon, dass sie nebenbei einen Anteil von mindestens 55 Prozent verdienen können mit den Kleidern, die sonst nur im Keller liegen würden und jene, die interessiert sind, kommen günstig an Kleider für ihre Kinder», sagt Wobmann.

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Hier findest du Hilfe:

Tischlein Deck Dich, Lebensmittelhilfe

Deine Meinung

32 Kommentare
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Sonee

26.01.2021, 03:48

Wieviele Frauen machen genau das gleiche??? Ganz ganz viele - doch zum Glück kommt mal ein Mann, damit auch in den Medien darüber berichtet werden kann........?! 🙈🙈🙈 Com'on - gebt mal auch Frauen mehr Aufmerksamkeit!!

Anita1975

25.01.2021, 08:46

Als erfahrene Mutter, Flomi- und Kinderkleiderbörsen- Gängerin, Online Verkäuferin kann ich nur sagen, dass sich das nicht lohnt. 25 Artikel für 1.- pro Tag - die Kleider (Babygrössen) trägt man mind. 3- 6 Monate da kauft man lieber ein 2nd Hand Paket auf tutti. Die Idee ist nicht schlecht, jedoch in der heutigen Zeit eher aufwändig. Dann sollten die Kleider noch Saisongerecht sein. Ich habe für meine Kinder auch sehr viel gebrauchtes geschenkt bekommen. Wir leben (leider) in einem riesen Überfluss an Kleider. Lieber alle diese Kleider an armen Kinder spenden. Auch Caritas 2nd Hand Shops verkaufen sehr tolle Sachen. Trotzdem, viel Erfolg!

olaf von den seychellen

25.01.2021, 08:46

die umfrage ist wieder mal für die katz. was, wenn man keine kinder hat?