Unihockey: Wiler-Ersigen trotz Aussetzern wieder Meister
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UnihockeyWiler-Ersigen trotz Aussetzern wieder Meister

Wiler-Ersigen holte sich in Spiel 5 der Best-of-7-Finalserie der Swiss Mobiliar League gegen die Grasshoppers dank einem 11:5-Heimerfolg den entscheidenden vierten Sieg und konnten dank diesem Erfolg den achten Meistertitel feiern.

Dieses schliesslich letzte Finalspiel begann vor gut 1'500 mehrheitlich begeisterten Zuschauern turbulent: bereits nach 65 Sekunden lag Wiler-Ersigen 2:0 voraus, nach dem ersten Drittel sogar 6:1. Und gleich nach Wiederbeginn fielen gar drei Treffer innert 24 Sekunden - zuerst verkürzten Michael Zürcher und Thomas Wolfer für die Grasshoppers auf 3:6, doch bloss drei (!) Sekunden später knickte Christoph Hofbauer die aufkeimenden Hoffnungen der Zürcher sofort wieder. Die Gäste schienen danach jedenfalls nicht mehr an ihre Chance zu glauben, zumal nach gut 23 torlosen Minuten der Titelverteidiger mit zwei weiteren Treffern zur Kür ansetzte. Bei einem Blick auf die Skorerliste dieser letzten Partie fällt zudem auf, dass Wiler-Ersigen-Topskorer Matthias Hofbauer für einmal keinen einzigen Punkt zu den insgesamt elf Treffern seines Teams beitrug - mit ein Beweis dafür. auf wieviele Schultern die Verantwortung verteilt ist.

Die Grasshoppers konnten ob der klaren Resultatentwicklung eigentlich gar nie an eine Wende glauben, und dies hätte sich wohl auch nicht geändert, wenn der am Schluss als bester Gästespieler ausgezeichnete Finne Lauri Kapanen kurz vor Schluss das Startdrittels seinen Penalty verwertet hätte. Aber dies war irgendwie symptomatisch für den Verlauf dieser Serie - in den entscheidenden Chancen stand meist auch noch das Glück auf der Seite des alten und neuen Schweizer Meisters.

Dominant trotz neuem System

Der neuerliche Meistertitel von Wiler-Ersigen kommt wenig überraschend. Die Berner waren im Herbst einmal mehr als Favorit in die Saison gestiegen. Etwas überraschender ist, dass Wiler die Saison von Beginn weg klar dominierte. Denn nach acht Jahren unter Erfolgstrainer Thomas Berger stand mit dem Finnen Heikki Lukkonen ein neuer Trainer an der Bande, der die Spielphilosophie komplett veränderte. Das offensiver ausgerichtete System griff aber rasch; am Ende schloss Wiler die Qualifikation mit 16 Punkten Vorsprung auf die Grasshoppers ab. In den Playoffs setzten sich die Emmentaler in den Viertelfinals gegen Grünenmatt (4:2 Siege) und im Halbfinal gegen Malans (4:0) ebenso sicher durch wie letztlich im Final gegen GC.

Die namhaften Abgänge im Sommer von Joël Krähenbühl (Langnau) und Michael Zürcher (GC) sowie die Rücktritte von Olle Thorsell, Michael Flury und Jonas Schneeberger verkraftete Wiler problemlos. Die heikelste Personalie betraf den Torhüter. Mit dem Comeback von Daniel Streit im Dezember wurde auch dieses «Problem» gelöst. Die Wichtigkeit von Streits Rückkehr zeigte sich, als dieser in mehreren Playoff-Viertelfinals gegen Grünenmatt verletzungsbedingt fehlte; prompt geriet der «Meister-Express» ins Stocken.

Zwei Center als Prunkstück

Im Final gegen die offensiv starken Zürcher war Streit ein nicht unwesentliches Teilchen im Erfolgs-Puzzle. Das Prunkstück in der Wiler Mannschaft war aber einmal mehr die Kaderbreite und vor allem die exzellenten Center. Matthias Hofbauer, noch immer der beste Schweizer Einzelspieler, und der Finne Esa Jussila führten ihr Team mit viel Routine und Toren zum Titelgewinn. Das Duo steht mit 82, respektive 81 Punkten auch an der Spitze der Skorerliste.

Die Grasshoppers bestätigten ihre starke Saison 2010/2011, in der sie erstmals Cupsieger wurden. Sie forderten Wiler im Final stärker als frühere Widersacher, die Erfolgsserie der Emmentaler von mittlerweile sechs Titeln in Serie vermochten aber auch sie nicht zu durchbrechen. Von einer erfolgreichen Revanche für die Final-Niederlage von 2005 waren sie am Schluss doch ein gutes Stück entfernt. (sda)

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