Aktualisiert 09.02.2015 10:24

Witze mit Pfarrer Felix

«Will den Menschen eine schöne Stunde schenken»

Am Mittwoch findet um 14.30 Uhr im Centrum St. Mangen in St. Gallen ein ungewöhnliches Treffen statt. Pfarrer Hansruedi Felix erzählt seine Lieblingswitze – auch jüdische.

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Pfarrer Felix freut sich auf den Mittwochstreff mit Witzen. (Bild:QLL)

Pfarrer Felix freut sich auf den Mittwochstreff mit Witzen. (Bild:QLL)

«Humor macht das Leben erträglicher», sagt Hansruedi Felix. «Und Witze sind ein Lebenselixier.» Am Mittwoch, 11. Februar, wird der evangelische Pfarrer seine Lieblingswitze im Centrum St. Mangen zum Besten geben. «Wir organisieren solche Treffen fünf Mal im Jahr und wie immer ist jeder willkommen», so Felix. Es sei aber das erste Mal, dass er Witze erzählen werde. «Für diesen Anlass habe ich deshalb Witze ausgesucht, über die ich immer wieder lachen kann.» Seiner Meinung nach sind Witze nicht nur lustig: «Oftmals haben sie eine tiefere Struktur, also eine Lebensweisheit in sich», so Felix.

Seine Lieblingswitze seien solche, die fest in der jüdischen Tradition verankert sind. «Sitzen ein Priester und ein Rabbiner an einem Tisch. Am anderen Tisch wird ein saftiges Schwein serviert. Fragt der Priester: Wann Kollege werden wir zusammen ein solches Schwein essen? Sagt der Rabbiner: An Ihrer Hochzeit, Kollege», gibt Pfarrer Felix lachend ein Beispiel.

«Ich habe Witze auch an einer Beerdigung erzählt»

Während dem Mittwochstreff im Centrum St. Mangen werde er aber nicht nur Witze erzählen: «Es gibt ein buntes Programm, das rund eine Stunde dauert», so Felix. Beispielsweise werde der Kirchenmusiker der Gemeinde, Bernhard Ruchti, am Flügel unter anderem Dvoraks Humoreske und die rumänischen Volkstänze von Bartok spielen. Danach gebe es Kaffee und Kuchen und die Besucher könnten ihre Gemeinschaft geniessen und Anregungen holen.

«Ich will den Menschen eine schöne und humorvolle Stunde mit anderen zusammen ermöglichen», so Pfarrer Felix. «Das Leben ist ja nicht immer zum Lachen.» So habe er auch bereits an einer Beerdigung Witze erzählt.

«Judenwitze sind herablassend»

Bei der Jüdischen Gemeindschaft kommt der Mittwochstreff mit Witz gut an: «Witze sind Teil der jüdischen Kultur», so Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG). Seiner Meinung nach sollte man aber zwischen Judenwitzen und jüdischen Witzen klar unterscheiden: «Judenwitze sind herablassend», so Kreutner. «Mit jüdischen Witzen macht man sich aber über alles und jeden lustig, auch über sich selber, aber auf einer intelligenten Art und Weise.» Wenn dann eine nichtjüdische Person über sich selber lachen kann, sei das doppelt lustig, so Kreutner.

«Mit Humor wurde diese Zeit erträglicher»

Auch er sei ein Freund von jüdischen Witzen. Einer seiner Lieblingswitze sei dieser: «Sitzen ein Katholik, ein Imam und ein Rabbiner zusammen und spielen Skat, in einem Land, in dem das Skatspiel bei Todesstrafe verboten ist. Sie werden erwischt und dem Richter vorgeführt. Fragt dieser den Katholik: Haben Sie gespielt? Dieser antwortet mit Nein. Fragt der Richter den Imam – auch der antwortet Nein. Fragt der Richter den Rabbiner: Haben Sie gespielt? Antwortet dieser: Euer Ehren, wie soll ich alleine Skat gespielt haben?», so Kreutner lachend.

Doch wie entstanden die jüdischen Witze? «Die Juden erlebten harte Zeiten, deshalb begannen sie Witze über die eigene Situation zu machen», so Kreutner. «Mit Humor wurde diese Zeit erträglicher.»

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