27.01.2019 10:01

158'000 Fr für Werbefilm

Will der Bund die Kosovaren loswerden?

158'000 Franken investiert der Bund in acht Werbefilme. Diese sollen Kosovaren dazu animieren, in ihre Heimat zurückzukehren.

von
dmo
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Granit Xhaka, Sohn kosovo-albanischer Eltern, schoss an der WM 2018 Tore im Schweizer Trikot und löste mit dem Doppeladler-Jubel eine hitzige Debatte aus.

Granit Xhaka, Sohn kosovo-albanischer Eltern, schoss an der WM 2018 Tore im Schweizer Trikot und löste mit dem Doppeladler-Jubel eine hitzige Debatte aus.

Keystone/Laurent Gillieron
Genau gleich wie Xherdan Shaqiri. Trotzdem sind die beiden Musterbeispiele für eine gelungene Integration.

Genau gleich wie Xherdan Shaqiri. Trotzdem sind die beiden Musterbeispiele für eine gelungene Integration.

Keystone/Laurent Gillieron
Der Bund unterstützt ein Projekt von albinfo.ch, das Anreize für eine Rückkehr in die alte Heimat schaffen soll.

Der Bund unterstützt ein Projekt von albinfo.ch, das Anreize für eine Rückkehr in die alte Heimat schaffen soll.

Screenshot: albinfo.ch

In der Schweiz leben rund 200'000 Kosovaren. Viele von ihnen besitzen den Schweizer Pass und sind bestens integriert. Wie der «SonntagsBlick» jetzt berichtet, versucht der Bund nun aber die Kosovaren zu einer Rückkehr ins Heimatland zu bewegen.

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) unterstützt ein Projekt einer albanisch-schweizerischen Newsplattform mit 158'000 Franken. Die Filme, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen im Kosovo gezeigt werden, haben Erfolgsgeschichten von Schweiz-Kosovaren zum Inhalt, die für immer in ihr Heimatland zurückgekehrt sind. «Die Filme sollen die positiven Aspekte einer Rückkehr nach Hause vermitteln», sagt das SEM gegenüber der Zeitung.

Gefahren lauern

Jedoch werden in den Filmen beispielsweise Korruption, Arbeitslosigkeit und das schlechte Gesundheitssystem verschwiegen. Die Kritik liess nicht lange auf sich warten. So könnten Kosovaren ohne Schweizer Pass, die versuchen ihren Lebensmittelpunkt in die alte Heimat zu verlegen, ihren Aufenthaltsstatus hier verlieren, wie Muriel Trummer von Amnesty International anmerkt. Das Geld wäre besser in Projekten angelegt, die die Situation vor Ort verbessern würden, ergänzt Peter Meier von der Schweizerischen Flüchtlingshilfe.

Auch der kosovarische Präsident Hashim Thaci kommt im Artikel zu Wort. Thaci findet es positiv, dass sein Land von den in der Schweiz gut ausgebildeten Kosovaren profitieren kann. Zudem seien sie finanziell wichtig: Rund 170 Millionen Franken überweisen sie jährlich an Verwandte und Bekannte.

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