10.10.2016 21:25

Fake-PlakateWill der Kanton Zürcher Zebrastreifen aufheben?

Der Kanton Zürich wolle mehrere Fussgängerstreifen in der Stadt aufheben, steht derzeit auf Plakaten. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Fälschung.

von
jen
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Solche Fake-Tafeln stellte die AG Rosengarten in Zürich auf.

Solche Fake-Tafeln stellte die AG Rosengarten in Zürich auf.

AG Rosengarten
Auf denen steht, dass der Kanton mehrere Fussgängerstreifen in der Stadt wie etwa auf der Universitätsstrasse entfernen müsse. Grund: Lastwagen könnten wegen des Gefälles nicht mehr rechtzeitig anhalten.

Auf denen steht, dass der Kanton mehrere Fussgängerstreifen in der Stadt wie etwa auf der Universitätsstrasse entfernen müsse. Grund: Lastwagen könnten wegen des Gefälles nicht mehr rechtzeitig anhalten.

Screenshot AG Rosengarten
Selbstverständlich werden die Fussgängerstreifen nicht aufgehoben. Denn das Plakat stammt nicht, wie auf dem Schild behauptet wird, vom Kanton Zürich, sondern von der AG Rosengarten.

Selbstverständlich werden die Fussgängerstreifen nicht aufgehoben. Denn das Plakat stammt nicht, wie auf dem Schild behauptet wird, vom Kanton Zürich, sondern von der AG Rosengarten.

Screenshot AG Rosengarten

An verschiedenen Orten in der Stadt Zürich hängen derzeit Tafeln mit täuschend echtem Logo der Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich. Auf denen steht, dass der Kanton mehrere Fussgängerstreifen in der Stadt wie etwa auf der Universitätsstrasse entfernen muss. Grund: Lastwagen könnten wegen des Gefälles nicht mehr rechtzeitig anhalten.

Selbstverständlich werden die Fussgängerstreifen nicht aufgehoben. Denn das Plakat stammt nicht, wie auf dem Schild proklamiert, vom Kanton Zürich, sondern von der AG Rosengarten. «Die Info-Tafeln sind aufgestellt worden, weil der Kanton mit derselben absurden Begründung verbietet, auf der Rosengartenstrasse zwei Fussgängerstreifen einzurichten», sagt Markus Zimmermann, Sprecher der AG Rosengarten.

Zerschneidung zweier Quartiere entgegenwirken

«Der Kanton zeigt dadurch, dass er sich nicht für die Anliegen der Quartierbevölkerung einsetzt. Er wehrt sich gegen zwei simple Fussgängerstreifen», sagt Zimmermann. Die Zebrastreifen würden der Zerschneidung der Quartiere Wipkingen und Unterstrass entgegenwirken. Anwohner müssten so nicht weiter durch die widrigen Unterführungen, um von einem ins andere Quartierteil zu gelangen.

Bereits dreimal habe der Kanton die zwei Fussgängerstreifen nicht bewilligt. Beim ersten Mal mit der Begründung, dass der Verkehrsfluss nicht mehr gewährleistet wäre. Die Stadt, die sich ebenfalls für die Fussgängerstreifen ausspricht, konnte dieser Befürchtung mit einer Verkehrssimulation entgegenwirken. Nachher hiess es, dass ein Unfallrisiko für Fussgänger bestehe, weil insbesondere Lastwagen wegen des Gefälles der Strasse einen verlängerten Bremsweg haben.

«Wir haben genug»

«Mit unseren Plakaten, auf denen die gleiche Argumentation für die Entfernung von Fussgängerstreifen steht, provozieren wir, dass die Leute beim Kanton anrufen und diese absurde und inakzeptable Begründung kritisieren», sagt Zimmermann. Diese Plakate seien eine einfache und kleine Massnahme, um eine Verbesserung der Situation herbeizuführen. «Wir haben genug», sagt Zimmermann.

Die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, die für diese Angelegenheit zuständig ist, hat Kenntnis von den Plakaten, möchte aber auf Anfrage keine Stellung dazu nehmen. Es heisst dort aber, dass sie nicht beabsichtige, rechtliche Schritte gegen die Urheber der Plakat-Aktion einzuleiten.

Die meisten Plakate seien aber mittlerweile von der Stadt Zürich eingesammelt worden, sagt Martin Guggi, stellvertretender Direktor der Dienstabteilung Verkehr.

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